Erika Steinbach tritt mit der AfD auf - und wird gefeiert wie eine Heldin

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Erika Steinbach tritt mit der AfD auf - und wird gefeiert wie eine Heldin | dpa
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  • Im politischen Berlin ist die ehemalige CDU-Abgeordnete Erika Steinbach schon länger eine Außenseiterin
  • Bei ihrem ersten Wahlkampfauftritt für die AfD wird sie in Pforzheim jedoch gefeiert wie eine Heldin

Pforzheim ist der perfekte Ort für das, was AfD-Pressesprecher Christian Lüth als "Höhepunkt des Wahlkampfes" seiner Partei angekündigt hat. Hier leben viele Russlanddeutsche.

Die AfD hat in Pforzheim bei der baden-württembergischen Landtagswahl ein Direktmandat geholt. Und die AfD hat an diesem Spätsommerabend auch die perfekte Wahlkampfhelferin dabei. Die ehemalige CDU-Politikerin Erika Steinbach sitzt vorne auf dem Podium neben den AfD-Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl, Alice Weidel und Alexander Gauland.

Die Frankfurter Bundestagsabgeordnete und ehemalige Vertriebenen-Präsidentin ist zwar auf Twitter manchmal genauso provokant wie AfD-Vize Beatrix von Storch. Dennoch strahlt sie immer noch genug von dem bürgerlichen Glanz ab, nach dem die immer wieder von Skandalen geplagte AfD so dürstet.

Steinbach und Gauland kennen sich seit 40 Jahren

Steinbach war Anfang 2017 mit heftigen verbalen Attacken auf Bundeskanzlerin Angela Merkel aus der CDU ausgetreten, für die sie rund 26 Jahre im Bundestag saß.

Konkret kritisierte sie die Euro-Rettungspolitik, den beschleunigten Atomausstieg und die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin. Steinbach und der frühere CDU-Staatssekretär Gauland kennen sich seit 40 Jahren.

Dass sich Steinbach jetzt aktiv in den AfD-Wahlkampf einschaltet, ist aber nicht nur ein Freundschaftsdienst. Sie sagt, die meisten Positionen der AfD seien früher Teil der DNA der CDU gewesen. Mit anderen Worten: Die Partei ist linker und liberaler geworden, sie selbst ist da stehen geblieben, wo sie immer stand.

"Die Zeugen Angelas"

Viele der mehr als 1000 Menschen, die an diesem Abend in das Pforzheimer CongressCentrum gekommen sind, um die AfD-Spitzenkandidaten und Steinbach zu bejubeln, sprechen mit ähnlichem Zungenschlag wie Birkle.

Einige tragen hölzerne Kreuze um den Hals. Auf einem T-Shirt steht: "Allein Jesus rettet". Das Publikum hier ist anders als bei AfD-Veranstaltungen im Osten Deutschlands. Etwas älter, bescheidener, bürgerlicher.

Die "Merkel muss weg"-Rufe sind hier nicht ganz so laut wie bei AfD-Kundgebungen in Erfurt. Steinbach mag nicht gegen Merkel hetzen, die sie im vergangenen Jahr noch bei einem Empfang des Bundes der Vertriebenen herzlich umarmt hat.

Sie sagt, die Kanzlerin sei "freundlich und umgänglich". Bei der Bundestagswahl gehe es aber nicht um den Menschen Angela Merkel, sondern um "die Zukunft unseres Vaterlandes".

Draußen vor der Halle demonstrieren knapp 300 Gegner. Sie haben Trillerpfeifen mitgebracht. Drinnen verteilen AfD-Mitglieder eine Broschüre, auf der "Fit4Return" steht.

Zurückkehren sollen nach dem Willen der AfD die Asylbewerber, und zwar in ihre Herkunftsländer. Die CDU-Mitglieder, die in Baden-Württemberg Haustür-Wahlkampf machen, heißen bei den AfD-lern hier "Die Zeugen Angelas".

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(jg
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