"Man hat meine ganze Plattensammlung geklaut": Als Trittin über Kriminalität spricht, wird es Scheuer zu bunt

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SCHEUER
"Man hat meine ganze Plattensammlung geklaut": Als Trittin über Kriminalität spricht, verliert Scheuer die Fassung | Screenshot / ZDF
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  • In der ZDF-Show "Wie geht's Deutschland" erhitzt eine Anekdote von Grünen-Mann Trittin die Gemüter
  • Scheuer kritisiert Grüne und Linke für ihre Haltung gegenüber der Polizei

"Wie geht's Deutschland?", fragt das ZDF rund drei Wochen vor der Bundestagswahl. In der Talkshow, moderiert von Marietta Slomka, stellen sich Vertreter aller Parteien der Diskussion über verschiedene Themenkomplexe.

Die Gäste am Dienstag: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU), Justizminister Heiko Maas (SPD), Katja Kipping (Die Linke), Katja Suding (FDP), Andreas Scheuer (CSU), Alice Weidel (AfD) und Jürgen Trittin (Bündnis 90/Die Grünen).

Das erste Thema: Innere Sicherheit.

Es geht um Einbrüche. Über 150.000 Mal wird in Deutschland jährlich eingebrochen. Die Aufklärungsquote liegt bei unter 17 Prozent. Zu Verurteilungen kommt es fast nie. Als "aufgeklärt" gilt in der Statistik schon ein Fall, bei dem die Polizei einen Tatverdächtigen identifizieren kann.

Im ZDF klagen ein Einbruchsopfer und die sächsische Polizeigewerkschaftlerin Cathleen Martin über die schlecht ausgestattete Polizei und das mangelnde Sicherheitsgefühl in Deutschland.

Trittins Anekdote sorgt für Chaos

Und eigentlich sind sich schnell alle einig: Es braucht mehr Polizisten, der Polizeiberuf muss wieder attraktiver werden und – darauf besteht vor allem CSU-Mann Andreas Scheuer – die Bundesrepublik kann sich am Bundesland Bayern ein Vorbild nehmen.

Hitzig wird es dann kurz, als Grünen-Urgestein Trittin von einem Einbruch erzählt, der in den 90er-Jahren bei ihm stattgefunden habe. "Man hat meine ganze Plattensammlung geklaut", klagt Trittin. "Ach Mensch", sagt Slomka aus dem Off.

Doch Trittin wird richtig böse: "Das Schlimme war aber nicht die Plattensammlung, sondern dieses Gefühl, dass in meinen privatesten Raum etwas an dieser Stelle passiert ist, wo ich mich nicht mehr sicher gefühlt hab." Es sei Aufgabe des Staates, dieses Gefühl "zu widerlegen und wieder für Sicherheit zu sorgen".

Für Scheuer eine Steilvorlage. "Zentral ist aber auch, dass die Politik hinter den Polizisten steht", sagt der CSU-Generalsekretär. Er zeigt mit den Daumen seiner Hände gleichzeitig auf Trittin und Kipping: "Wenn ich mir einige Bemerkungen von Links und Grün anschaue, dann sind die schönen Worte gut, aber die Politik muss auch hinter der Polizei stehen."

Slomka erwischt Weidel kalt

Slomka will das Wort wieder an sich reißen, doch jetzt reden alle durcheinander. Von Trittin ist das Wort "Unsinn" zu verstehen. Er müsse widersprechen, sagt der Grüne dann, als wieder etwas zu verstehen ist.

"Bis zum letzten November hatte die CDU in Berlin die Verantwortung für die innere Sicherheit, seit November haben wir die Verantwortung und seit November sind 1000 neue Polizeibeamte eingestellt", brüllt Trittin über die immer wieder unbeholfen in die Diskussion stolpernde Slomka hinweg. Alle reden, wieder ist nichts zu verstehen.

"Unglaublich", hört man noch. Die Aussprache hat einen bayrischen Einschlag, die empörte Bemerkung scheint von Scheuer zu kommen.

Einen starken Moment hat Slomka aber doch. Als AfD-Frau Weidel die Ursache für die erhöhte Zahl von Einbrüchen einseitig auf osteuropäische Banden schieben will – und die einzige Lösung im Grenzschutz ausmacht, grätscht die Moderatorin dazwischen.

In den 90ern hätte es so noch mehr Einbrüche gegeben, erklärt Slomka geistesgegenwärtig. Damals seien die europäischen Grenzschranken aber noch gar nicht abgebaut gewesen.

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