Schlimmer Vorwurf: Zuschauer mit Behinderung sollen bei RTL-Show "Dance Dance Dance" schlecht behandelt worden sein

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DANCE DANCE DANCE
Zuschauer mit Behinderung sollen bei RTL-Show "Dance Dance Dance" schlecht behandelt worden sein. | MG RTL D / Marie Schmidt
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  • Eine Zuschauerin erhebt ungeheuerliche Vorwürfe an RTL
  • Bei der Aufzeichnung von "Dance Dance Dance" sollen Zuschauer mit Behinderung auf schlechtere Plätze verbannt worden sein
  • RTL will den Vorfall nun untersuchen lassen

Die zweite Staffel der RTL-Tanzshow "Dance Dance Dance" wurde noch gar nicht ausgestrahlt - da hagelt es schon ungeheure Vorwürfe. Eine Frau beschuldigt den Sender, Zuschauer mit Behinderung schlecht behandelt zu haben.

Bei der Aufzeichnung der Show mit Nazan Eckes und Jan Köppen, die am kommenden Freitag gezeigt werden soll, sei eine Frau mit Down-Syndrom im Publikum von einem guten auf einen schlechten Platz verbannt worden. Das berichtet die Zuschauerin Anna Marie Dombrowski in einem wütenden Facebook-Post, der gerade für Aufruhr sorgt.

Eine Frau mit Down-Syndrom musste sich laut Dombrowski an einen schlechteren Platz setzen

Sie habe bei der Aufzeichnung der Show mit ihrer Familie tolle Plätze ergattert und beobachtet, wie Platzanweiser die Zuschauer umsetzten, um Lücken aufzufüllen. Das sei an sich ein normaler Vorgang - doch dann setzte eine Platzanweiserin drei Frauen, die tolle Plätze mit gutem Blick hatten, an den Rand. Dabei handelte es sich laut Dombrowski um eine Frau mit Down-Syndrom und ihre beiden Begleiterinnen. Weiter berichtete Dombrowski: "Stattdessen durften sich drei sehr junge attraktive Damen auf die Plätze setzen."

Doch damit nicht genug: "Bei längerem Beobachten ist uns dann aufgefallen, dass die ganzen schlechten Plätze mit Personen besetzt sind, die alle ein Handicap haben. Alle hinter der Kamera. So dass auch nicht die Möglichkeit bestehen kann, sie 'aus Versehen' im Bild zu haben." Man hätte ihr auf Nachfrage gesagt, dass man sowas nicht im Fernsehen sehen wolle.

Dombrowski sei wütend gewesen: "Als zum Schluss der Sendung noch darauf plädiert wurde, dass RTL 'anders sein' liebt, ist mir wirklich der Kragen geplatzt!" Sie fragt: "So liebes RTL, wo gibt es hier Gleichberechtigung, Integration, Menschenwürde?"

RTL will den Vorfall untersuchen lassen

Ihr Post wurde etwa 10.000 Mal geteilt, 38.000 Mal geliked und rief über 5000 Kommentare hervor - die Aufregung war groß. RTL reagierte auf der eigenen Facebook-Seite auf den Vorwurf und schreibt: "Niemand bei RTL oder auch im Auftrag von RTL darf andere Menschen auf die beschriebene oder andere Art diskriminieren. Niemand!"

Der Sender wolle den Vorfall aufklären, da die Platzvergabe in TV-Studios über eine Ticketingfirma abgewickelt werde. "Sollte tatsächlich so eine Aussage von einer Mitarbeiterin der Produktion oder Ticketing-Firma gefallen sein, ist das für uns völlig inakzeptabel. Wir sind aktuell im Austausch mit der Produktionsfirma und dem Ticketingservice, die für die Platzvergabe verantwortlich ist", erklärt RTL.

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(ujo)

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