Nobelpreisträger Krugman fasst in 5 Tweets zusammen, wie grausam und unsinnig Trumps neue Migrations-Order ist

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Nobelpreisträger Krugman fasst in 5 Tweets zusammen, wie grausam und unsinnig Trumps neue Migrations-Order ist | Brendan McDermid / Reuters
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  • Donald Trump hat am Dienstag eines seiner Wahlversprechen eingelöst
  • Migranten, die als Kinder in die USA gekommen sind, sollen in Zukunft abgeschoben werden
  • Das Problem an der Maßnahme beschreibt Nobelpreisträger Paul Krugman perfekt

Jeff Sessions stellt sich den Fragen der Journalisten nicht. Der US-Justizminister verschwindet einfach aus dem Raum - als hätte er nicht gerade eine Entscheidung verkündet, die das Leben von 800.000 Menschen zerstören könnte.

Denn auf Geheiß von US-Präsident Donald Trump wird in den USA die sogenannte DACA-Regelung abgeschafft. DACA steht für "Deferred Action for Childhood Arrivals" und schützt Migranten vor der Abschiebung, die als Kinder von ihren Eltern in die USA gebracht wurden.

Diese Menschen werden in den USA "Dreamer", Träumer, genannt - und ihnen allen droht nun die Zwangsabschiebung: Nachdem sie in den USA aufgewachsen sind, nachdem sie dort teilweise jahrzehntelang gelebt haben. Höchstens 200.000 der Dreamer können darauf hoffen, auch in Zukunft eine Aufenthaltsgenehmigung für die Vereinigten Staaten zu bekommen.

Entsprechend verhasst ist Trumps Entscheidung in den USA.

Selbst hochrangige Republikaner sprechen sich gegen sie aus. Und am besten fasste der Wirtschafts-Nobelpreisträger Paul Krugman zusammen, wie unsinnig und grausam die Attacke der US-Regierung auf die "Dreamer" im Land ist.

Krugman: "Warum sollte man sie bestrafen?"

"Man kann Trumps Entscheidung, DACA zu widerrufen, durchaus als konsequent bezeichnen", begann Krugman, "eine konsequente, gehässige Boshaftigkeit."

Selbst wenn man den fadenscheinigen Argumenten gegen Migration glauben würde, nicht eines davon passe auf die "Dreamer", schreibt der renommierte Wirtschaftswissenschaftler.

"Sie sind nicht gering qualifiziert, sie sind unserer Kultur nicht fremd", empört sich Krugman weiter. "Sie haben keine Gesetze gebrochen, weil ihre Eltern sie hierher gebracht haben. Warum sollte man sie bestrafen?"

Krugman: "Es geht um die Rasse"

Krugman beantwortet sich diese Frage gleich selbst: "Es geht um die Rasse - macht Amerika wieder weiß." Trump wolle außerdem Härte zeigen, bloß um Härte zu demonstrieren.

Dabei sei wohl selbst der US-Präsident besorgt darüber, wie schlecht er durch diese Entscheidung wirke, mutmaßt Krugman.
Schließlich habe Trump sechs Monate damit gezögert, DACA zu widerrufen.

Krugman kanalisiert seine Empörung schließlich noch in einem Appell: "Lasst ihm das nicht durchgehen. Diese Entscheidung ist grausam."

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(ben)

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