"Attraktiver Mann": Plasberg kommt ins Stottern, als es um Lindner geht – bis eine 22-Jährige ihn rettet

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Plasberg in der ARD | ARD
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  • Bei "Hart aber fair" schwärmt Moderator Plasberg vom Aussehen des FDP-Chefs
  • Eine 22-jährige Studentin bringt die Diskussion wieder zurück auf das Wesentliche

Die FDP hat ein Problem. Es heißt Christian Lindner.

Den Eindruck bekommt man zumindest, wer dieser Tage eine der vielen deutschen Polit-Talkshows schaut. Denn statt um das Programm der Freien Demokraten geht es da immer nur um eins: Den FDP-Chef und sein Aussehen.

Um Lindners vermeintliche Eitelkeit, seine Attraktivität, sogar um Dating-Apps wie Tinder kreisen dann auf einmal die Fragen. Die "One-Man-Show", die viele Medien der FDP seit Monaten vorwerfen: Nie war sie so einseitig wie heute.

Auch bei "Hart aber fair“ – Lindner war nicht mal eingeladen – ging es wieder um den FDP-Chef. Und Moderator Frank Plasberg versuchte nicht einmal, die Diskussion auf wesentliche Inhalte zu lenken.

Stattdessen stammelte Plasberg peinlich herum, als er ein FDP-Wahlplakat präsentierte: "Dass ist schon ein attraktiver Mann... Also nicht, dass ich da jetzt... Meine sexuelle Definition steht fest, machen Sie sich da keine Sorgen, aber..."

"Wie finden Sie das?", wollte der Moderator von der 22-jährigen Youtuberin Lisa Sophie wissen, die vor einigen Wochen auf dem Videoportal Kanzlerin Merkel interviewt hatte.

Lisa Sophie: "Netter Versuch"

Die Stimme einer Erstwählerin in einer der zunehmend von den selben Altpolitikern bevölkerten Talkrunden: Ein Pluspunkt für "Hart aber fair" an diesem Montagabend. Und tatsächlich war es die Youtuberin, die Plasbergs Sendung aus dem Niveau-Tal ziehen musste.

Die Politik-Studentin erklärte über Lindners Kampagne: "Das ist ein netter Versuch auch im Internet aktiv zu sein." "Netter Versuch", das sei ja eine Ohrfeige, warf Plasberg ein.

Und die 22-Jährige pflichtete ihm bei. Ihr Fazit über Lindners Inszenierung: Gewollt aber nicht gekonnt. "Aber ich sehe, dass ein guter Hintergedanke da ist", sagte Lisa Sophie und brachte das Gespräch dann endlich wieder auf ein erbauliches Niveau.

"Generell will ich mal sagen, wo ich hier mit zwei Politikern sitze", sagte sie und schaute in Richtung Thomas Oppermann (SPD) und Julia Klöckner (CDU), "finde ich ganz wichtig, dass man sagt, (...) man geht dahin, wo die jungen Leute sind – ins Internet."

Dort gehe es aber nicht nur um den schönen Schein: "Es ist wichtig, man tut sich auch mit jungen Leuten zusammen, die wissen, was junge Leute sehen wollen und holt sich da Leute ins Team, die das besser einschätzen können."

Ihr Fazit: Bislang seien diese Versuche eher unbeholfen - Christian Lindner ist nur ein Beispiel dafür.

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(mf/ben)

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