Youtuberin fragt Schulz nach seiner größten Jugendsünde – der erzählt, wie er vor der Polizei fliehen musste

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  • Nach Kanzlerin Merkel stellt auch Martin Schulz sich den Fragen von vier jungen Youtubern
  • "#DeineWahl" heißt das Format, mit dem die Youtuber junge Menschen für Politik begeistern wollen

Nach Merkel will auch Martin Schulz bei der Generation Youtube punkten.

Merkel konnte ihr Interview bei "#DeineWahl" vor wenigen Wochen gewohnt souverän für Werbung in eigener Sache nutzen – und fiel nur einmal aus der Rolle, als sie die junge Youtuberin Ischtar Isik anpampte.

Isik ist in der zweiten Ausgabe der Sendung nicht mehr dabei. Aus "terminlichen Gründen", wie es heißt.

Wie wird Schulz sich schlagen? Die wichtigsten Szenen des Gesprächs im Ticker:

13:11 Uhr: "I got a Feeling, wuuuhuuu"

Schulz über seinen Draht zu jungen Menschen: "Sie nehmen ein Stück meines Feelings auf, ich ein Stück Ihres."

Autsch, die Dritte.

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12:59 Uhr: "Oh, Gott": Schulz erzählt, wie er von der Schule geflogen ist

"Ich bin ein Anhänger der Gesamtschule", sagt Schulz zu der Youtuberin ItsColeslaw. Jetzt geht es um Bildungspolitik.

Es müsse aber vor allem mehr Fokus auf Grund- und Berufsschulen gelegt werden.

Auch Informatik als Pflichtfach unterstützt Schulz. "Eigentlich muss es digitale Bildung heißen." Dieser Unterricht müsse bereits in der Grundschule beginnen.

Dann soll er zu seinem eigenen Lebensweg Stellung nehmen. "Oh, Gott", sagt Schulz über seinen Schulabbruch. "Ich bin von der Schule geflogen und wurde nicht Fußballprofi." Das sei schon eine Krise gewesen.

Zum Glück habe er dann eine Ausbildung als Buchhändler bekommen.

12:54 Uhr: Schulz' Frage bringt Youtuber aus dem Konzept

Althaus zitiert eine Statistik, nach der Deutschland ein unglückliches Land sei: den Glücksatlas. Deutschland landete demnach nur auf Platz 26 der lebenswertesten Länder.

Schulz fragt, wo die Statistik herkomme. Er sei sehr daran interessiert.

Doch Althaus weiß es selbst nicht. "Aber ich habe mich sehr gut vorbereitet."

Autsch.

12:45 Uhr: Schulz über Hasskommentare: "Diese Typen sind so weit unten"

Youtuber Marcel Althaus beginnt den Themenkomplex Digitalisierung mit einem etwas absurden Anfangsstatement: "Mein Leben findet im Internet statt."

Auch Schulz sei auf das Internet angewiesen, beteuert der SPD-Chef. Irgendwann kommt das Gespräch auf das Thema Hass-Kommentare. Althaus will wissen, wie Schulz damit umgeht.

"Das verletzt einen", sagt der Sozialdemokrat. Er versuche, sich zu sagen, "Menschen, die sowas schreiben, sind auf so einer Ebene, die können mich nicht mehr treffen."

"Die sind so weit unten die Typen...", sagt Schulz.

12:34 Uhr: Schulz will US-Atombomben abziehen

Martin Schulz plädiert dafür, amerikanische Atombomben aus Deutschland abzuziehen. Heute hätte seine Partei im Parlament die Chance gehabt. Der Bundestag lehnte einen Antrag der Linken ab, über einen Abzug abstimmen zu lassen. Mit den Stimmen der SPD.

12:20 Uhr: "Haben Sie schon aufgegeben?"

Jetzt stellt MrWissen2go seine Fragen. Er konfrontiert den SPD-Chef mit den schwachen Umfrageergebnissen.

Schulz legt den Augenmerk auf eine andere Zahl: 46 Prozent der Menschen seien noch unentschlossen, wen sie wählen sollten.

"Ich will nicht die Meinungsumfrage gewinnen, sondern die Wahlen." MrWissen2go erklärt, auch bei den Unentschlossenen würden die meisten eher die Union wählen wollen.

Schulz: "Da habe ich andere Zahlen." Nach dem TV-Duell hätte die Mehrheit der Unentschlossenen gesagt, sie hätten ihn vorne gesehen, sagt er.

12:20 Uhr: "Der größte Mist, den ich je gebaut habe?"

"Was war der größte Mist, den Sie als Jugendlicher gebaut haben?“, will Nihan wissen.

"Muss ich das jetzt sagen?“, fragt Schulz. "Da schäm ich mich ein bisschen.“. Er könne das jetzt nicht verraten, verneint Schulz.

Aber den "zweitgrößten Mist" ist der SPD-Chef bereit, preiszugeben.

Schulz fängt an, unterbricht, verhaspelt sich kurz. Er habe einmal in einer "durchzechten Nacht“ eine Packung Waschmittel in ein Freibad geworfen, sagt er dann beschämt.

"Wie sind Sie denn ins Freibad gekommen?“, fragt Nihan gespielt überrascht. "Sind Sie etwa eingebrochen?“

Er sei über den Zaun geklettert, berichtet der SPD-Kandidat. "Das Schlimmste war, dass sogar die Polizei kam.“

"Wurden Sie verhaftet?“

Schulz: "Ich war schnell genug.“

12:14 Uhr: "Menschen, die aussehen wie Sie..."

"... sind eine Bereicherung für unser Land", sagt Schulz zu der jungen Youtuberin.

Was er meint: Menschen mit Migrationshintergrund.

Die AfD schüre Ausländerhass und das mache ihn rasend, erklärt Schulz.

12:10 Uhr: Sind Sie und Erdogan Freunde?

Schulz spricht über die Türkei. "Wollen Sie mit Erdogan noch sprechen?", fragt Nihan.

Der SPD-Chef berichtet, er sei Erdogan 20-30 Mal begegnet. Nihan fragt: "Sind sie Freunde?"

Schulz: "Nein. (...) Ich respektiere ihn sehr." Der AKP-Chef sei ein "sehr interessanter Politiker", der eine "sehr harte Sprache" spreche.

Er führt aus, Erdogan sei ein Mann, der Klartext liebe. Den wolle Schulz im Umgang mit dem türkischen Präsidenten liefern.

12:01 Uhr: Nihan fragt zum Thema Integration

"Meine Oma ist 84 Jahre alt und spricht immer noch kein Deutsch", berichtet die Youtuberin, die selbst zur dritten Generation von Gastarbeitern zählt.

Schulz gesteht, dass Fehler gemacht wurden. "Das kann man der Oma nicht vorwerfen", sagt Schulz. Es gehe um Bildung, aber auch um Gespräche zwischen Nachbarn.

Schulz berichtet von einem "ganz engen Freund". "Das war ein Klassenkamerad von mir, der sprach selbst den Dialekt meiner Heimatstadt besser als ich", erzählt Schulz. Doch wegen seines Aussehens sei er immer als Türke identifiziert worden.

Irgendwann habe er es nicht mehr ertragen und habe gesagt: "Ich gehe zurück in die Türkei." Das sei ganz schlimm.

"Man muss den Schwerpunkt auf dem Land haben, in dem man lebt", sagt Schulz. Er berichtet von seinem türkischstämmigen Nachbarn, der türkisches Frühstücksfernsehen schaue. Das sei problematisch, sagt Schulz.

Nihan lacht. Auch sie schaue gerne türkisches Fernsehen. Autsch.

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