Politiker spotten über Weidel-Abgang beim ZDF: "Sie kann gerne auch Deutschland verlassen"

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WEIDEL
"Gerne kann sie auch Deutschland verlassen": Politiker spotten über Weidel-Abgang aus Wahlsendung | ZDF
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  • Eklat im ZDF: AfD-Frau Weidel verlässt nach einer Attacke von Andreas Scheuer die Wahlsendung
  • Bei Twitter spotten andere Politiker über Weidel – und unterstellen ihr eine Inszenierung

"Gauland hat Herrn Höcke als die Seele der AfD bezeichnet, für mich ist er einfach ein Rechtsradikaler. Und das ist genau die Abgrenzung zur AfD." Der CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer hat in der ZDF-Wahlsendung "Wie geht's Deutschland" mit einer klaren Absage an Extremismus für einen Eklat gesorgt.

Denn: Die AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel, die Scheuer attackierte, verließ nach dessen Standpauke die Sendung. Das Publikum applaudierte, wohl halb für Scheuer, aber auch halb aus Spott über die AfD-Frau.

Schon wenige Minuten nach der Szene äußerten sich viele Politiker bei Twitter über den Vorfall. SPD-Außenexperte Niels Annen giftete gegen die AfD-Politikerin Weidel: "Wenn die Rechtsradikalen sowieso wieder rausrennen, dann braucht man sie in Zukunft ja eigentlich auch nicht mehr einzuladen..."

Kanzleramtschef Peter Altmaier pflichtete seinem Unionskollegen Scheuer bei dessen Kritik an der AfD zu: "Guter Punkt."

Alles nur eine Inszenierung?

Der Linke-Politiker Niemo Movassat vermutete hinter Weidels Aktion derweil eine Strategie. "Weidel verlässt Sendung um öffentliche Aufmerksamkeit zu bekommen", schrieb Movassat bei Twitter. Er spitzte zu: "Gerne kann die AfD auch ganz Deutschland verlassen."

Aber tatsächlich: Weidels Abgang wirkte beinahe einstudiert, als hätte die Politikerin nur darauf gewartet, das Studio empört verlassen zu können.

Moderatorin Slomka trat – wohl auch deshalb – noch einmal nach. Vielleicht wolle Weidel sich einfach vor dem nächsten Thema "soziale Gerechtigkeit" drücken, sagte sie zu deren Abgang. CSU-Mann Scheuer hatte eine andere Vermutung: "Vielleicht wegen den Häppchen hinten."

"Demokraten haben eben die besseren Argumente"

Der SPD-Abgeordnete Ulrich Hampel vermutete ähnliches. "Demokraten haben eben die besseren Argumente! Oder hatte sie Hunger", schrieb Hampel.

Weidel selbst veröffentlichte schnell ein Statement zu ihrem Abgang - verdächtig schnell. Darin gab sie Moderatorin Slomka die Schuld an dem Eklat. Diese sei "unprofessionell" und "parteiisch" aufgetreten, beschwerte sich die Spitzenkandidatin.

Mehrere Orts- und Landesverbände der AfD kommentierten das Geschehen ebenfalls bei Twitter. Die AfD Heidelberg etwa schrieb: "Genau die richtige Entscheidung von Alice Weidel zu gehen. Peinliche und ekelhafte Show mal wieder im GEZ-Fernsehen."

Der grüne Europapolitiker Jan Philipp Albrecht reagierte auf diese Opfermentalität. "Alice Weidel bejammert, dass ein Rechtsaußen ihrer AfD Rechtsradikalität attestiert hat", schrieb er - und fügte in einem weiteren Tweet mit dem Hashtag "OpferAlice" hinzu: "Und der Heiko Maas hat mir ständig gegens Schienbein getreten!"

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(jg)

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