Zwei Künstlerinnen haben hunderte Frauenpos fotografiert - die Bilder haben alle eines gemeinsam

Veröffentlicht: Aktualisiert:
1001 FESSES
Zwei Künstlerinnen haben 1001 Frauenpos fotografiert | 10001 Fesses Project
Drucken
  • Zwei Künsterinnen haben es sich zur Aufgabe gemacht, Frauenhintern zu fotografieren
  • Die Models sind ganz normale Frauen, die sich freiwillig melden
  • Mit dem Projekt wollen sie den weibliche Körper entsexualisieren und Body-Positivity fördern

Zwei Künstlerinnen aus Kanada haben 2014 ein einzigartiges Projekt geschaffen. Es heißt "1001 Fesses". Fesses bedeutet auf französisch so viel wie Popo. Ja, es geht um Popos.

Emilie Mercier und Frederique Marseille aus Montreal haben sich das Ziel gesetzt, 1001 weibliche Hintern zu fotografieren.

1001 fesses

Mercier und Marseille sind zusammen aufgewachsen, haben gemeinsam die Pubertät durchlebt und ihre Körper wachsen sehen. Irgendwann kamen sie auf die Idee, die Körper anderer Frauen zu fotografieren. "Vielleicht können wir so erfahren, wie verrückt der Hass auf den eigenen Körper ist und einfach sehen, wie einzigartig jede Frau ist", heißt es auf der Website des Projekts.

Die beiden Künstlerinnen, so schreiben sie, hätten festgestellt, dass fast jede Frau eine Abneigung gegen ihren Körper zu haben scheint. Ganz besonders der Hintern sei wohl der Teil, der am wenigsten gemocht wird. Das hat die zwei Frauen auf die Idee gebracht ihr Kunstprojekt zu starten. Mit dem Ziel, dass "wir alle lernen, uns selbst ein bisschen mehr zu lieben".

1001 fesses

Seit 2014 fotografieren Mercier und Marseille Frauen allen Alters und jeglicher Herkunft mit den unterschiedlichsten Körperformen - und deren Hintern. Die Frauen bleiben anonym, Gesichter sieht man nie. Inzwischen haben über 600 Freiwillige für das Projekt die Hüllen fallen lassen.

Im Dezember 2015 riefen die zwei Künstlerinnen eine Crowd-Funding Kampagne ins Leben, um Geld für eine Foto-Tour zu sammeln - damit sie die Popos von Frauen auf der ganzen Welt ablichten zu können.

Kurz darauf löschte Facebook die Seite von "1001 Fesses". Sie zeige pornografischen Inhalt, lautete die Begründung des sozialen Netzwerks. Bis dato hatte das Projekt 6500 Follower - eine wichtige Commmunity für die beiden Kanadierinnen, um ihr Projekt zu verbreiten. Durch eine verstecke Facebook-Gruppe versuchen sie die potentiellen Teilnehmerinnen und Fans wieder zurück zu gewinnen.

1001 fesses

Mit dem Erfolg des Projektes kamen auch die Nachfragen nach Männerhintern. Mercier und Marseille blieben sich jedoch treu und "1001 Fesses" lichtet weiterhin nur Frauen-Popos ab.

Auf der Webseite des Projekts gibt es jedoch eine Plattform, auf der Fans ihre Hintern einsenden können - egal, ob sie Männer oder Frauen sind.

1001 fesses

Mehr zum Thema: Frauen mit großen Brüsten posieren für das Projekt Curvy Berlin

Aber auch Kritik bleibt nicht aus. Mercier und Marseille hätten "von einigen Menschen", wie sie schreiben, Vorwürfe bekommen, dass auf den Bildern hauptsächlich junge weiße Frauen zu sehen sind. Es sei kaum Diversität vorhanden. Die zwei Frauen selbst sagen, dass das nicht in ihrer Hand liege und sie sich freuen würden, wenn noch mehr unterschiedliche Frauen teilnehmen würden.

1001 fesses

Mit den Fotografien wollen sie die Schönheit der verschiedenen Körper zeigen und gegen die Unzufriedenheit gegenüber dem eigenen Körper vorgehen. Die Bilder sollen eines zeigen: Jeder Hintern ist schön.

Durch die Bilder entsteht eine ganz besondere "poetische Ästhetik" und zeigt die echte, (un)geschönte Seite der abgebildeten Frauen.

1001 fesses

1001 fesses

1001 fesses

1001 fesses

Mehr zum Thema: Intime Fotos: Frauen zeigen, was sie an ihrem Körper stört und erzählen, wie sie damit umgehen

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

(ks)

Korrektur anregen