Sahra Wagenknecht fragt Alice Weidel nach Nazis in der AfD - und bringt sie zu einer absurden Aussage

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  • Im ARD-"Fünfkampf" durften die Spitzenpolitiker der kleinen Parteien sich gegenseitig Fragen stellen
  • Die Linke-Politikerin Sahra Wagenknecht nahm die Gelegenheit wahr, um AfD-Frau Alice Weidel zu konfrontieren
  • Wagenknecht fragte nach "Halbnazis" in der AfD - und brachte Weidel so zu einer absurden Aussage

Es dauert über eine Stunde, bis in der ARD jemand die AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel fragt, wie sie zu den rechten und rassistischen Kollegen in ihrer Partei steht. Und das, obwohl Weidel selbst zu diesen zählt.

Das zeigt, wie sehr es die AfD geschafft hat, Rassismus wieder gesellschaftsfähig zu machen. Eine Erkenntnis, die nur schlimmer dadurch wird, dass es kein Journalist war, der Weidel mit dieser Tatsache konfrontierte - sondern die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht.

Wagenknecht: "Handfeste Halbnazis" in der AfD

Beim "Fünfkampf" in der ARD war den teilnehmenden Spitzenpolitikerin eingeräumt worden, ihren Konkurrenten Fragen zu stellen. Und Wagenknecht konfrontierte so Weidel in aller Deutlichkeit.

"Vieles von dem, was Sie gesagt haben, ist zwar eine Position, die ich nicht teile, aber noch Teil des demokratischen Diskurses", sagte die Linke, "etwas, worüber man reden kann - konservative Positionen".

Doch AfD-Politiker wie Weidel seien nicht die einzigen, die nach der Bundestagswahl in den Bundestag ziehen würden - "sondern auch Leute, die wirklich handfeste Halbnazis sind." Politiker wie Björn Höcke, der das Holocaust-Denkmal ein Mahnmal der Schande nannte.

Der völkisch-nationalistische Flügel werde in der AfD geduldet, klagte Wagenknecht an Weidel gerichtet: "Finden Sie das okay? Macht Ihnen das nichts aus? Ist das für Sie kein Problem - und wenn doch, warum sind Sie dann in dieser Partei?"

Weidel redet sich heraus - mit absurden Argumenten

Weidel machten die "handfesten Halbnazis" in ihrer Partei anscheinend nichts aus. Sie redete sich in ihrer Antwort heraus.

"Genauso wie Sie in Ihrer Partei ein Einzelfall sind, Frau Wagenknecht, so reden wir auch in unserer Partei von Einzelfällen", druckste Weidel herum. Sie verwies etwa auf das bereits seit Monaten laufende Ausschlussverfahren gegen Björn Höcke.

Dann wurde es lächerlich.

Denn den Vorwurf, rechte Kandidaten auf den Bundestagswahllisten zu haben, suchte Weidel so zu entkräften: "Ich wage zu behaupten, dass wir das höchste Akademisierungsniveau haben." Sollte wohl heißen: Wer klug ist, kann kein Nazi sein.

Eine Aussage, so schreiend geschichtsvergessen, so brachial relativierend, dass es weh tat - was man zumindest Sahra Wagenknecht im Gesicht ablesen konnte.

FDP-Chef Christian Lindner schritt schließlich ein. Er gab Alice Weidel zu verstehen, dass Rechtsextreme nicht weniger radikal sind, wenn sie einen guten Abschluss haben.

"Hier geht es aber nicht um Doktortitel, sondern um Charakter", empörte sich der Liberale. Und da musste ihm selbst seine linke Konkurrentin Sahra Wagenknecht beipflichten.

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(mf)