Zwei Frauen hatten mit ihrem Startup keinen Erfolg - bis sie einen Mann als Mitgründer erfanden

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Zwei Frauen hatten mit ihrem Startup keinen Erfolg - bis sie einen Mann als Mitgründer erfanden | Tom Merton via Getty Images
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  • Zwei Künstlerinnen aus Los Angeles haben einen erfolgreichen Online-Marktplatz gegründet
  • Doch am Anfang wurden sie von männlichen Entwicklern und Designern kaum ernstgenommen
  • Also gingen die beiden einen drastischen Schritt - und erfanden einen männlichen Mitgründer

Penelope Gazin und Kate Dwyer haben es geschafft: Vor einem Jahr gründeten die beiden Künstlerinnen aus Los Angeles ihr Startup Witchsy, eine Art Amazon für besondere, oft lustige Accessoires. Mittlerweile haben die beiden Frauen einen Umsatz von 200.000 Dollar erwirtschaftet und einen Investor von ihrem Unternehmen überzeugen können.

Doch der Weg zum Erfolg war für die zwei Gründerinnen steinig. Und führte nur zum Ziel, weil sie eine drastische Maßnahme ergriffen: Die beiden erfanden einen männlichen Mitgründer.

Als die Gazin und Dwyer ihre Idee im vergangenen Jahr entwickelten, wurden sie von ihren potenziellen Geschäftspartnern nicht gerade ernst genommen - besonders von Entwicklern und Grafik Designern, die sie um Hilfe baten.

“‘Seid ihr euch sicher? Hört sich das wirklich wie eine gute Idee an?’ haben viele gefragt”, sagt Mitgründerin Dwyer dem US-Wirtschaftsportal “Fast Company”.

"Okay, Mädels ..."

“Ich glaube, weil wir junge Frauen sind, haben viele unsere Geschäftsidee als ‘süßes Hobby’ abgetan.”

Die potenziellen freien Mitarbeiter - Entwickler und Designer - waren fast alle Männer und hätten schon ihre E-Mails in einem sehr herablassenden Ton geschrieben.

Außerdem hätten die Männer oft ewig gebraucht, um zu antworten, die Antworten seien kurz gewesen, oft respektlos. Ein Entwickler habe seine E-Mail mit den Worten “Okay, Mädels …” angefangen.

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Doch die beiden Gründerinnen gaben nicht so schnell auf. Wenn sie als Frauen nicht ernstgenommen würden, vielleicht würde es ein Mann dann einfacher haben, dachten sich Dwyer und Gazin. Und erfanden ihren Mitgründer Keith Mann.

Keith tat vor allem eines: Er kommunizierte via E-Mail.

"Behandeln die Menschen diesen imaginären Mann wirklich mit mehr Respekt als uns?"

“Es war wie Tag und Nacht”, sagt Dwyer. “Wir haben Tage auf eine Antwort gewartet, Keith bekam schnelle Antworten und Updates, er wurde wurde gefragt, ob er sonst noch etwas will oder mit etwas anderem Hilfe braucht.”

Nach und nach, so kam es den beiden Gründerinnen vor, veränderte sich das Bild ihres Startups in den Köpfen der Menschen - weil ein Mann involviert war. Das merkten die beiden auch in der Ansprache: Ein Entwickler sprach Keith immer mit seinem Namen an. Wenn er aber mit den beiden Frauen Kontakt hatte, dann nutzte er nie Namen.

Doch Dywer und Gazin ließen sich davon nicht verunsichern - im Gegenteil. “Wir hätten uns davon ziemlich runterziehen lassen können”, sagt Dywer. “Behandeln die Menschen diesen imaginären Mann wirklich mit mehr Respekt als uns?” Aber anstatt sich das zu denken, hätten sie den Umstand als “Teil der Welt” angesehen.

Traurig, denn schließlich haben wir das Jahr 2017. Die Geschichte von Witchsy zeigt, dass es Frauen in vielen Bereich immer noch schwer haben, ernst genommen zu werden.

Und das nicht, weil sie nichts können - sondern schlicht aus einem Grund: weil sie Frauen sind.

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(sk)