Lidl entfernt christliche Kreuze auf seinen Verpackungen - und hunderte Kunden packt die Wut

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  • Der Lebensmitteldiscounter Lidl hat die Kreuze auf den Verpackungen seiner griechischen Produkte wegretuschiert
  • Das sorgte bei den Kunden für erboste Reaktionen
  • Mittlerweile hat sich das Unternehmen entschuldigt - die Begründung für die Bildmontagen seht ihr auch oben im Video

Ob Olivenöl, Halva oder karamellisierte Mandeln mit Sesam: Seine griechischen Produkte bedruckt die Supermarktkette Lidl mindestens seit 2015 mit einem Motiv des Archipels Santorin in der Ägäis.

Wie kaum ein anderes Foto wecken die strahlend weißen Häuser mit ihren azur-blauen Dächern vor einem Mittelmeer-Panorama Lust, sich etwas Urlaub nach Hause zu holen.

Allerdings hat Paul Amort - wie zahlreiche anderen Lidl-Kunden - nun ein entscheidendes Detail auf den verwendeten Bildern entdeckt: Das Unternehmen hat offenbar die auf den Dächern angebrachten Kreuze wegretuschiert.

Der Österreicher beschwerte sich auf der Lidl-Facebook-Seite: "Fehlt nur noch das ihr den Halbmond draufmacht. Mich uns hat Lidl jedenfalls als Kunden verloren, für immer und wenn ihr die Produkte verschenkt - !! Einfach eine bodenlose Frechheit. (Alle Fehler im Original)"

Lidl: "Wir können euren Ärger aber verstehen"

Auf den Facebook-Seiten des Discounters sammeln sich hunderte größtenteils wütende Kommentare. Vor allem vorgeblich christliche Nutzer wollen künftig den Markt meiden.

So schreibt eine Nutzerin: "Religiöse Vielfalt heißt für mich alle religiösen Symbole darzustellen". Sie unterstellt dem Lebensmittel-Discounter selektiven Rassismus.

Am Montag äußerte sich Lidl zu den Vorwürfen. Es sei "ein Fehler" passiert.

Die griechischen "Eridanous"-Produkte werden laut Lidl Österreich von einem internationalen Team entworfen, man habe "darauf leider keinen Einfluss". Weiter heißt: "Wir können euren Ärger aber verstehen. Wir entschuldigen uns bei allen, die sich durch die Gestaltung verärgert fühlen."

Laut der österreichischen Zeitung "Der Standard" erklärte ein Lidl-Sprecher, dass man bei dem Discounter den Gebrauch religiöser Symbole vermeide und somit die Neutralität unterstreichen wolle.

Zugleich respektiere das Unternehmen Religionsvielfalt. Doch genau das ging nun nach hinten los.

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(jg)

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