Göring-Eckardt holt beim ZDF-Schlagabtausch plötzlich einen Zettel raus - und stellt Verkehrsminister Dobrindt bloß

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Göring-Eckardt holt beim ZDF-Schlagabtausch plötzlich einen Zettel raus - und stellt Verkehrsminister Dobrindt bloß | ZDF
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  • In der ZDF-Wahlsendung "Schlagabtausch" machte Verkehrsminister Dobrindt keine gute Figur
  • Besonders Grünen-Kandidatin Göring-Eckardt griff ihn immer wieder an – und stellte den CSUler bloß

Beim ARD-Kanzlerduell am Sonntag durften Union und SPD ran, am Montagabend waren beim ZDF-"Schlagabtausch" dann Linke, Grüne und CSU an der Reihe.

In der Fernsehdebatte standen sich Linken-Chef Dietmar Bartsch, Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt und CSU-Verkehrsminister Alexander Dobrindt gegenüber. Nach dem von vielen Zuschauern und den Medien gescholtenen "Duett" von Schulz und Merkel ging es im ZDF am Montag deutlich heißer her.

Besonders für Dobrindt spürbar zu heiß. Der CSU-Mann kam ordentlich unter die Räder – und das gleich bei mehreren Themen.

Ganz schlimm wurde es bei Dobrindts Stamm-Thema: Dem Diesel-Skandal.

Dobrindt greift an – und muss einstecken

Da polterte Dobrindt schnell los, attackierte die Grünen-Politikerin Göring-Eckardt: Die wolle an die Wurzel des Erfolges in Deutschland die Axt anlegen und den Verbrennungsmotor verbieten. Zudem würden die Grünen Fahrverbote von Dieselfahrzeugen vorantreiben - und so Bürgern und Autofahrern schaden wollen.

Das hatte gesessen - dachte Dobrindt. Denn auf einmal hatte Katrin Göring-Eckardt einen Zettel in der Hand. "Wir wollen keinem eine Technologie verbieten oder eine andere einrichten, sondern, dass alle neu zugelassenen Autos 2030 emissionsfrei sind“, korrigierte sie zunächst Dobrindt. Nur, um ihn dann komplett bloßzustellen: "Herr Dobrindt, ich wollte Ihnen was vorlesen.“

Denn auf dem mitgebrachten Zettel hatte sich Göring-Eckardt ein Statement von Dobrindts CSU-Parteikollegen Markus Söder notiert. "Grüne Motoren schaffen neue Arbeitsplätze", las die Politikerin vor. Die deutsche Autoindustrie lege beim Thema Umweltschutz nicht genügend Erfindergeist an den Tag. Durch ein klares Ultimatum müsse daher der nötige Innovationsdruck erzeugt werden.

Göring-Eckardt zitierte so den Bayerischen Minister für Finanzen und Landesentwicklungen - und brachte Alexander Dobrindt abrupt zum Verstummen.

Das ganze Publikum lacht den Minister aus

Schon mit dem ersten Satz zum Themenkomplex Verkehrspolitik hatte sich der Minister ordentlich verzockt.

Auf die Frage, ob er vom Dieselskandal einfach nichts wusste, oder bewusst Dinge verschwiegen habe, sagte Dobrindt: "Wir haben klar bei allen Manipulationen, bei allem was an Betrug stattgefunden hat, dafür gesorgt, dass die Fahrzeuge, die manipuliert worden sind, auch in einen rechtskonformen Zustand gebracht werden müssen."

Eine schwache Entschuldigung für eine viel zu späte politische Not-Operation. Das fand wohl auch das Studiopublikum, das nach Dobrindts Anfangsstatement in kollektives Gelächter ausbrach.

"Das ist ja unfassbar", befand auch Bartsch eher amüsiert als wirklich verärgert.

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Göring-Eckardt und Bartsch lachen Dobrindt aus

Wie ein Schuljunge

Doch Dobrindt versuchte ernst und bestimmt zu bleiben. "Das ist die Tatsache, das muss man einfach zur Kenntnis nehmen“, sagte er – und wirkte dabei wie ein Schuljunge, der Opfer eines üblen Bubenstreichs geworden ist, aber versucht, nicht in Tränen auszubrechen.

Göring-Eckardt wollte dem Minister seine Behauptung trotzdem nicht durchgehen lassen. "Nee, das ist nicht die Tatsache. Dafür gibt es einen Untersuchungsausschuss, Herr Dobrindt", warf sie ein.

Doch der CSU-Minister machte weiter. Die Autokonzerne, die manipuliert hätten, müssten zur Rechenschaft gezogen werden, beteuerte er einmal mehr. "Dafür gibt es staatsanwaltschaftliche Ermittlungen."

Wieder war es die Grünen-Politikerin, die schlagkräftig reagierte: "Aber keinen Verkehrsminister, der sich kümmert."

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(mf)

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