"Klare Niederlage fürs Fernsehen": Zuschauer und Politiker kritisieren das TV-Duell zwischen Merkel und Schulz

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"Klare Niederlage fürs Fernsehen": Zuschauer und Politiker kritisieren das TV-Duell zwischen Merkel und Schulz | dpa
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  • Nach dem TV-Duell zwischen Merkel und Schulz überwiegt die Kritik an dem Format
  • Auf Twitter kritisieren Politiker und Zuschauer das Duell als harmlos und langweilig
  • Weder die Kandidaten noch Moderatoren kommen dabei gut weg

Zu harmlos, zu kurz, zu langweilig: Das TV-Duell zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem Herausforderer Martin Schulz (SPD) stößt überwiegend auf Kritik.

TV-Moderator Thomas Gottschalk sagte im Anschluss des Duells bei "Anne Will": "Ich hatte gehofft, dass ich jetzt schlauer bin und bin es nicht."

Dieter Schnaas, Korrespondent der "Wirtschaftswoche", kommentierte auf Twitter: "Klare Niederlage fürs Fernsehen."

Und die "Süddeutsche Zeitung"-Journalistin Hannah Beitzer nannte die Sendung ein "TV-Duell auf Speed":

Der Publizist Jakob Augstein sieht den Gewinner weder in Merkel noch Schulz.

Die Spitzenkandidaten der anderen Parteien kritisierten das Duell

AfD-Chefin Frauke Petry sagte: "Ich habe trotz überraschend kritischer Fragen der Journalisten noch nie in 90 Minuten so viele Plattitüden und Phrasen auf einen Haufen gehört, so viel Oberflächliches und Belangloses am Stück".

Für Deutschlands Zukunft verheiße das nichts Gutes. "Am besten gefiel mir Merkels Satz - ausgerechnet von ihr zu hören: 'Es zählt nur, was Parteien als Ganzes beschließen'."

FDP-Chef Christian Lindner schrieb auf Twitter: "Es hat sich angefühlt wie die Wartezeit beim Einwohnermeldeamt".

FDP-Generalsekretärin Nicola Beer kritisierte den Schlagabtausch als "Duett statt Duell":

Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch nannte das Duell ein "90 Minuten großkoalitionäres Therapiegespräch":

Der Grünen-Politiker Reinhard Bütikofer kritisierte die Moderatoren als "schwach":

Und die Juso-Chefin Johanna Uekermann forderte ein zweites Duell.

Die CSU hingegen warf Schulz vor, während des TV-Duells Falschnachrichten zu verbreiten.

"Die Union steht zur Rente mit 67!", twitterte die Partei nach einer Aussagen von Schulz, die Union wolle die Rente mit 70 Jahren einführen. Auch CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer schrieb über den Kurznachrichtendienst: "Schulz verbreitet #Fakenews: CDU und CSU nicht für Rente mit 70."

Scheuer schrieb von einer Twitterparty der CSU in München aus, Merkel agiere sachlich und souverän, Schulz hingegen verbissen und unglaubwürdig.

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