"Schulz redet Tacheles": Das erwarten internationale Medien vom TV-Duell zwischen Merkel und dem SPD-Chef

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MERKEL SCHULZ
"Schulz redet Tacheles": Das erwarten internationale Medien vom TV-Duell zwischen Merkel und dem SPD-Chef | Yves Herman / Reuters
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  • Britische und amerikanische Medien sehen Merkel klar auf der Siegerstraße
  • Das TV-Duell sei für Schulz die letzte Chance
  • Der sei energiegeladen, rede "Tacheles" – und müsse nun angreifen

Nimmt der Bundestagswahlkampf doch noch einmal an Fahrt auf?

Sonntagabend wird sich das entscheiden.

Im großen TV-Duell trifft Herausforderer Martin Schulz (SPD) dann auf Kanzlerin Angela Merkel (CDU), deren Partei in neuen Umfragen rund 14 Prozentpunkte vor der SPD liegt.

Auch im Ausland schauen politische Beobachter gespannt auf die Debatte. Die US-Nachrichtenagentur Bloomberg etwa glaubt: Das TV-Duell ist ein "Must-Win“ für Schulz.

Will heißen: Der SPD-Chef muss die Debatte für sich entscheiden, wenn er seine kleine Chance wahren will, am 24. September doch noch als Wahlsieger hervorzugehen.

Der US-Sender CNN dreht das Ganze ein bisschen optimistischer für die Sozialdemokraten: "Es gab sehr wenige Gefahren für Merkel, die durch den Wahlkampf schlafwandelte, (…) aber diese Debatte könnte eine sein.“

"Jeder weiß, dass Merkel keine gute Debattiererin ist"

Schulz werde wahrscheinlich energiegeladen und gut vorbereitet sein, glaubt CNN. Der US-Sender zitiert Peter Matuschek vom Meinungsforschungsinstitut Forsa: "Sie (Merkel, d. Red.) ist keine gute Debattiererin. Das weiß jeder."

Tatsächlich hat Merkel ihre letzten drei TV-Duelle gegen Schulz’ Vorgänger Peer Steinbrück, Frank-Walter Steinmeier und Gerhard Schröder allesamt verloren. Gut möglich also, dass auch Schulz der Kanzlerin einen Sieg abringen kann.

Aber reicht das, um eine Aufholjagd zu starten?

Die "New York Times“ zumindest ist skeptisch.

Es geht nur noch um den Koalitionspartner

Gerade einmal sechs Monate lang sei Merkel verwundbar gewesen – in ihren über elf Jahren als Kanzlerin. Zum Höhepunkt der Flüchtlingskrise, erinnert sich die renommierte US-Zeitung, habe die CDU viel Zustimmung bei konservativen Wählern verloren.

"Ihre Migrationspolitik war unbeliebt (…). Merkel erschien ambivalent, ob sie noch einmal antreten solle und Umfragen zeigten, dass Wähler langsam genug von ihr hatten.“

Diese Zeit sei vorbei: "Merkels Position ist sicher, viele Beobachter haben ihren Fokus schon davon abgewandt, wer die Wahl gewinnt. Jetzt geht es darum, mit wem sie die nächste Regierung formen wird.“

Martin Schulz findet dagegen in der "New York Times“ nur beiläufige Erwähnung.

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"Schulz redet Tacheles"

Der britische "Guardian“ gibt dem Sozialdemokraten da etwas mehr Kredit. Schulz rede „Tacheles“, schreiben die Briten, er setze seine Hoffnung daher auf den "Primetime-Showdown“. Immerhin 30 Millionen Menschen könnten den sehen.

Merkel und Schulz werden heute Abend von vier Journalisten der Sender ARD, ZDF, RTL und Sat.1 befragt. Diese übertragen das TV-Duell auch live.

Im Vorfeld hatten die SPD und Ex-ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender dem Kanzleramt vorgeworfen, die Bedingungen und Regeln für die Sendung diktiert zu haben. Die Sender hatten sich zudem ein zweites Duell gewünscht, was Merkel aber ablehnte.

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