Russischer Experte erklärt, wie weit Nordkoreas Atombomben-Pläne wirklich sind

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KIM JONG UN
Russischer Experte erklärt, wie weit Nordkoreas Atombomben-Pläne wirklich sind | KCNA KCNA / Reuters
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  • Trotz Nordkoreas neuem Atomtest ist das Regime noch weit von der Atombombe entfernt
  • Ein Experte glaubt, bis zur Fertigstellung brauche es noch mindestens fünf Jahre

Kim Jong-un hat den bislang stärksten Atomtest der nordkoreanischen Geschichte befehligt. Es habe sich um eine Wasserstoffbombe gehandelt, heißt es in den Medien des abgeschotteten Landes.

Dennoch ist Nordkoreas Arbeit an der Atombombe wohl noch lange nicht abgeschlossen. Nach Einschätzung eines russischen Experten brauche es noch gut fünf Jahre für den Bau einer einsatzfähigen Atombombe.

"Sie haben Atomsprengköpfe und Raketen, die sie auf der Basis von sowjetischen Scud-Raketen entwickelt haben, die sie in den 1960er und 1970er Jahren erhalten haben", sagte Iwan Moissejew, Direktor des Instituts für Weltraumpolitik, am Sonntag in Moskau.

"Sprengköpfe und Raketen vereinen, ist eine schwere Aufgabe"

Nordkoreanische Ingenieure hätten die Technik zwar weiterentwickelt. "Aber Sprengköpfe und Raketen zu vereinen ist keine einfache Aufgabe." Dafür brauche Nordkorea noch Zeit, sagte Moissejew der Agentur Interfax.

Nordkorea zündete nach eigenen Angaben am Sonntag eine Wasserstoffbombe, mit der Interkontinentalraketen bestückt werden sollen. Die Explosionskraft von Wasserstoffbomben ist um ein Vielfaches höher als die herkömmlicher Atomwaffen.

Der Atomtest zeigt dem Experten zufolge, dass Pjöngjang bereits Fortschritte gemacht habe. Die Erdstöße des Bebens, das der Test ausgelöst hat, seien auch in der russischen Großstadt Wladiwostok nahe der nordkoreanischen Grenze zu spüren gewesen.

Moissejew sprach auch von einer möglichen Gefahr für Russland. Raketen könnten bei Tests versehentlich auf russisches Gebiet fallen und Schaden anrichten, sagte er.

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