"Kim Jong-un stellt Trump vor die Wahl": Experte erklärt, was der nordkoreanische Atomtest bedeutet

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  • Nordkorea hat offenbar einen weiteren Atomtest durchgeführt
  • Das Erdbeben deutet auf den bisher stärksten Sprengkörper des Regimes hin
  • Ein Experte erklärt in der HuffPost: "Trump ist jetzt in die Ecke getrieben"

Ja, es war ein Atomtest. Der erste Verdacht über den Ursprung des in Nordkorea gemessenen Erdbebens hat sich offenbar bestätigt. Japans und Südkoreas Regierungen erklärten, sie würden von einer nuklearen Übung ausgehen.

"Wir können sicher sein, dass es ein Atomtest war", bestätigte auch Boris Toucas, Politologe und Sicherheitsexperte beim Center for Strategic & International Studies, der HuffPost (Siehe auch Video oben).

Aus Nordkorea heißt es, es habe sich um eine Wasserstoffbombe gehandelt. Staatsmedien feierten den "erfolgreichen Test", berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap.

Nach chinesischen Angaben habe der Zwischenfall Erdstöße der Stärke 6,3 ausgelöst. Sollten sich die Berichte bestätigen, könnte es damit der bisher stärkste unterirdische Atomwaffentest Kim Jong-uns gewesen sein.

Das Beben sei auf dem Testgelände Punggye Ri gemessen worden, wo das nordkoreanische Regime auch in der Vergangenheit seine Atomtests durchgeführt habe, erklärte Toucas der HuffPost. Die Stärke des Bebens sei noch nicht abschließend festgestellt, man könne jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit vom bisher stärksten getesteten Sprengkörper ausgehen.

Bilder der nordkoreanischen Regierung zeigen silbernes Objekt

Japan habe offenbar bereits Aufklärungsflugzeuge entstand, um herauszufinden, welche Art von Bombe tatsächlich getestet wurde. Bereits am Vortag hatte Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un verkündet, sein Land habe jetzt auch eine Wasserstoffbombe entwickelt, mit der eine Interkontinentalrakete (ICBM) bestückt werden könne.

Nordkoreas Führer habe bei einem Besuch im staatlichen Atomwaffeninstitut eine H-Bombe inspiziert, die auf eine ICBM montiert werden sollte, berichteten die Staatsmedien am Sonntag. Bilder der nordkoreanischen Medien zeigten ein Foto von Kim Jong-un und hochrangigen Parteifunktionären um einen runden silbernen Behälter, der angeblich den Sprengkopf für die Rakete zeigt.

Er sei "stolz auf die unbezwingbare Stärkung" der Atomstreitkräfte, wurde Kim zitiert.

"Trump ist in die Ecke gedrängt"

Toucas spricht von einer "neuen Eskalationsstufe". "Nordkorea hat demonstriert, dass es nicht an Trumps 'Feuer und Zorn'-Rhetorik und seine Versuche, die internationale Agenda zu diktieren, glaubt." Der Test sei ein Signal für die Entschlossenheit Nordkoreas, ein glaubwürdiges nukleares Abschreckungspotenzial zu schaffen.

Nun sei Donald Trump in die Ecke gedrängt. Kim-Jong-un stelle den US-Präsidenten vor die Wahl, glaubt der Sicherheitsexperte: "Traut er sich, seine Drohungen wahr zu machen – oder verliert er seine Glaubwürdigkeit."

Wie geht es jetzt weiter? Experten erklären, welche Möglichkeiten der Westen gegen Kim hat

Mit Material der dpa.

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