Verstörender Brief von Patientenmörder Niels H. aufgetaucht

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Verstörender Brief von Patientenmörder Niels H. aufgetaucht | Fabian Bimmer / Reuters
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  • Niels H. soll 90 Menschen ermordet haben
  • Der ehemalige Krankenpfleger verbüßt eine lebenslange Haftstrafe
  • Aus dem Gefängnis heraus schrieb er zwei Autoren der "Welt" einen verstörenden Brief

Niels H. ist für eine der schlimmsten Mordserien Deutschlands verantwortlich. Der ehemalige Krankenpfleger soll 90 Menschen auf dem Gewissen haben. Vor Gericht wurde er bislang in sechs Mordfällen schuldig gesprochen - derzeit verbüßt der 40-Jährige eine lebenslange Haftstrafe.

Wie viele Menschen er tatsächlich auf dem Gewissen hat, versuchte über drei Jahre eine Sonderkommission der Polizei zu klären. Die Ermittler werteten Hunderte Patientenakten aus und ließen mehr als 100 Leichen ausgraben, um diese auf Rückstände von Medikamenten zu testen.

Karsten Krogmann und Marco Seng, zwei Redakteure der Tageszeitung "Welt", haben bereits im Jahr 2015 einen Brief von Niels H. erhalten. Diesen hat die Zeitung jetzt veröffentlicht. Was der verurteilte Mörder schrieb, ist verstörend.

Niels H. sieht nur sein eigenes Leben zerstört

Zuerst machte Niels H. den Autoren schwere Vorwürfe.

Die Medien hätten eine Hetzjagd auf ihn eröffnet, die dazu geführt hätte, dass in seinem Umfeld "so viel zu Bruch gegangen" sei. Unter anderem seien seine Eltern bedroht und beschimpft worden. Er schrieb: "Diese enorme Last ist manchmal kaum kompensierbar!“

Warum er so viele Menschen tötete, schrieb der Mann nicht.

Er selbst sieht sich allerdings nicht als Monster. Das geht aus einer Passage des Briefs deutlich hervor: "Ich weiß, was ich bin, wer ich leider war und was für eine unermessliche Schuld ich auf mich geladen habe. Bestimmt bin ich kein 'Monster‘.“

Aber er gibt zu: "Ja, ich bin ein Serienmörder.“

Die Wörter "Opfer" oder "Patient" kommen nicht im Brief vor

Er sieht sich selbst als Opfer, 54 Mal soll er in dem Brief die Wörter "ich", "mich", "mein" verwendet haben. Die Wörter "Opfer", "Patient" oder "Angehörige" kommen kein einziges Mal vor, schreiben die "Welt"-Autoren.

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(lp)

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