"Die Partei" hat zehntausende AfD-Fans reingelegt - die Rechtspopulisten haben es nicht mal mitbekommen

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"Die Partei" hat zehntausende AfD-Sympathisanten reingelegt - jetzt bekommen sie die Konsequenzen zu spüren | Screenshot
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  • Die Satirepartei "Die Partei" hat nach eigener Aussage 31 AfD-Fangruppen bei Facebook gekapert
  • Die Satiriker benannten die Gruppen um – und verbreiteten ein Videostatement

Kaum eine deutsche Partei ist in den sozialen Medien so gut organisiert wie die AfD. Das liegt auch an vielen öffentlichen und geheimen Facebook-Gruppen, in denen Unterstützer der Rechtspopulisten sich austauschen, Inhalte teilen, News- und Hetzbeiträge verbreiten.

Auch Bots tragen offenbar zum Erfolg der AfD bei. Sie bespielen diese Gruppen mit Inhalten, verschicken Freundschaftsanfragen an andere AfD-Sympathisanten und laden die zu immer neuen rechten Diskussionsgruppen hinzu.

Die Satiriker der Partei Die Partei haben sich dieses System nun allem Anschein nach zu Nutzen gemacht – und 31 geheime AfD-Facebookgruppen mit über 100.000 Mitgliedern gekapert.

"Wir übernehmen nun die Macht"

Sie benannten die Gruppen, die zuvor etwa "Mein Vaterland“, "Der Koran“ oder "Freunde von Björn Höcke“ hießen, um. Etwa in "I love Antifa“. Oder: "Die PARTEI Freunde“.

Eine "Boateng FanGRUPPE“ gibt es nun auch – benannt nach Fußballer Jerome Boateng, den AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland im vergangenen Jahr wegen seiner ausländischen Wurzeln attackiert hatte.

Satiriker Shahak Shapira postete in allen Gruppen eine Videostellungnahme zur Übernahme der Gruppen: "Mein Team und ich haben die Gruppen vor elf Monaten infiltriert, nun übernehmen wir die Macht."

Der Wahlspot der "Partei" (Text geht unter dem Video weiter):

"Ab jetzt werden Sie nur noch von echten Menschen verarscht"

Hetze gegen Muslime sei "ab sofort nur noch erlaubt, wenn sie gen Mekka gerichtet ist“, sagt Shapira. Es gelte nun eine Mindest-Flüchtlingsquote von 18 Prozent für alle Gruppen. Und: "Kritik am Gender-Irrsinn muss immer geschlechterneutral formuliert sein.“

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Shapira erklärt auch, wie Die Partei die Gruppen infiltrieren konnte. Viele der Facebook-Foren seien demnach von Bots gegründet worden, die die Administration dann irgendwann an – vermeintlich – echte AfD-Fans abgeben.

Mit falschen Accounts sind die Satiriker so offenbar über mehrere Monate zu Administratoren aufgestiegen. Am Sonntag entfernten sie die anderen Gruppenleiter und stellten die Foren öffentlich.

Für alle AfD-Fans seien die neuen Administratoren eine gute Nachricht, betonte Shapira: "Von nun an werden sie ausschließlich von echten Menschen verascht“ – nicht mehr von AfD-Bots.

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