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02/09/2017 21:15 CEST

USA wollen russisches Konsulat durchsuchen - die Beamten verbrennen offenbar eilig Dokumente

dpa
USA wollen russisches Konsulat durchsuchen - die Beamten verbrennen offenbar eilig Dokumente

  • Russland muss nach Aufforderung der USA sein Konsulat in San Francisco sowie zwei weitere Gebäude schließen

  • Berichte über Rauch und Feuer am Freitag und Samstag bei den betroffenen Gebäuden sorgen für Spekulationen

Schwarzer Rauch und eine Durchsuchung: Kurz vor der Schließung des russischen Konsulats in San Francisco spitzt sich der Streit zwischen Russland und den USA weiter zu.

Die US-Geheimdienste hätten für Samstag eine Durchsuchung des Konsulats und der Wohnungen der Mitarbeiter angekündigt, teilte das Außenministerium in Moskau am Freitagabend mit. Die betroffenen Familien sollten das Gebäude für zehn bis zwölf Stunden verlassen, sagte sie.

Zuvor hatten Berichte über schwarzen Rauch über dem Konsulat für Aufregung gesorgt. Der Rauch sei schwarz und beißend gewesen. Das nährte Spekulationen darüber, was dort verbrannt worden sein könnte. "Nicht nur Papier", mutmaßte ein KCBS-Reporter auf Twitter.

Berichte über weiteres Feuer

Auch in Washington gab es am Freitag Berichte über ein Feuer. Laut dem US-Magazin "Foreign Policy" hätten russische Beamte hinter dem Gebäude einer diplomatischen Abteilung Russlands Papier verbrannt.

Was in beiden Fällen verbrannt wurde, blieb offen. In San Francisco musste wegen des Qualms die Feuerwehr anrücken. Ein Löscheinsatz war jedoch nicht nötig, der Rauch kam aus dem Schornstein.

"Invasion unserer konsularischen Einrichtungen"

Am Donnerstag hatten die USA Russland aufgefordert, das Konsulat in San Francisco sowie zwei diplomatische Abteilungen in New York und Washington bis Samstag zu schließen.

Die angedrohte Durchsuchung in San Francisco stieß auf heftige Kritik. Außenamtsprecherin Maria Sacharowa sprach von einer "Invasion unserer konsularischen Einrichtungen".

"Mit solchen empörenden Aktionen belasten die USA die ohnehin angespannte Atmosphäre des bilateralen Dialogs und behindern die weiteren "Kooperationsmöglichkeiten'", sagte sie.

Der russische Außenpolitiker Konstantin Kossatschow kritisierte den Schritt als Verstoß gegen das Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen von 1961. Dieses regelt die Kontakte zwischen Staaten und garantiert Diplomaten Immunität.

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