Es sieht aus wie ein leckeres Fischgericht – bis sich der Oktopus bewegt

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  • Der "tanzende Tintenfisch" ist eine Spezialität in Japan
  • Obwohl das Tier schon tot ist, tanzen seine Tentakeln auf dem Teller
  • Dafür gibt es eine simple Erklärung

Zugegeben, es gibt viele gewöhnungsbedürftige Gerichte. Vor allem in Asien pflegt man Essgewohnheiten, die viele Europäer so gar nicht nachvollziehen können: Tausendjährige Eier aus China, gegrillte Insekten in Thailand oder den tanzenden Tintenfisch in Japan.

Der ist eigentlich schon tot. Die japanische Spezialität heißt "Odori don".

Das sieht dann so aus:

Das Video, das schon seit einiger Zeit im Netz kursiert und diese Woche erneut seine Runden drehte, zeigt einen toten Tintenfisch auf einem Teller. Doch dann fängt dieser plötzlich an zu "tanzen". Wie kann das sein?

Des Rätsels Lösung: Das Salz in der Soja-Sauce

Wissenschaftler haben eine einfache Erklärung für das Phänomen: Die Bewegungen sind nur durch die Soja-Sauce möglich, die über das tote Tier geschüttet wird. Das berichtete unter anderem die Sendung "Galileo".

Da der Tintenfisch erst seit kurzem tot ist, sind seine Nervenzellen noch aktiv. "Das meiste Gewebe eines Organismus, der vor kurzem gestorben ist, ist eigentlich noch lebendig", sagte der Chemie-Professor der Universität von Virginia, Charles Grisham, in gegenüber dem Discovery Channel.

Normalerweise sendet das Gehirn einen Impuls an die Tentakeln, damit sich diese bewegen.

Das Gehirn fehlt allerding, wenn der Tintenfisch auf dem Teller liegt. "In diesem Fall, auch wenn die Gehirnfunktion nicht mehr vorhanden ist, reagiert das Gewebe dennoch auf Stimulation", sagte Grisham.

Diese Funktion übernimmt das Salz aus der Soja-Sauce - es sorgt dafür, dass sich die Tentakeln des Tieres wieder bewegen.
So entsteht der tanzende Tintenfisch.

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(ll)

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