Ausstieg aus Handelspakt: Mitten in der Nordkorea-Krise droht Trump, Südkorea zu brüskieren

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Ausstieg aus Handelspakt: Mitten in der Nordkorea-Krise droht Trump, Südkorea zu brüskieren | Kevin Lamarque / Reuters
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  • US-Präsident Trump will laut einem Medienbericht aus dem Handelspakt mit Südkorea aussteigen
  • Unter der Entscheidung würden die Beziehungen zu einem der wichtigsten Verbündeten der USA im Nordkorea-Konflikt erheblich leiden

US-Präsident Donald Trump soll derzeit einen Ausstieg aus dem Freihandelspakt der USA mit Südkorea vorbereiten lassen. Das berichtet die "Washington Post" am Samstag.

Führende Berater des Präsidenten versuchten Trump davon abzuhalten. Immerhin hat sich die Krise um das Atomwaffen- und Raketenprogramm zuletzt wieder zugespitzt.

Mit dem Ausstieg aus dem Handelspakt riskiert Trump, die verbündeten Südkoreaner zu brüskieren.

Zwar sei es noch möglich, dass Trump sich entscheide, die 2012 in Kraft getretene Vereinbarung beizubehalten, während über ein neues Regelwerk verhandelt werde. Aber die internen Vorbereitungen auf eine Kündigung seien schon weit vorangeschritten.

Es sei sogar möglich, dass die offizielle sechsmonatige Ausstiegsprozedur schon in den nächsten Tagen eingeleitet werde, berichtet die "Washington Post" weiter.

"Trump spielt mit dem Feuer"

Die Südkoreaner haben im Mai mit Moon Jae-in einen neuen Präsidenten gewählt. Laut dem Bericht der "Washington Post" ist Trump frustriert über Moon, weil dieser seine Forderungen für einen neuen Handelspakt nicht annehme.

Der US-Präsident spiele "mit dem Feuer", sagte Sicherheits-Experte Gary Schmitt vom American Enterprise Institute der "Washington Post. "Es gibt einen neuen Präsidenten in Südkorea, der wahrscheinlich weniger pro-amerikanisch eingestellt ist als seine Vorgänger. Und nun zwingt Trump ihn in eine Situation, in der er reagieren muss."

Trump stößt sich - wie bei anderen US-Handelspakten auch - am großen Defizit für die USA. Laut der "Washington Post" stieg dieses seit 2012 von rund 12 Milliarden auf über 27 Milliarden Dollar. Südkorea weigerte sich bisher, die Handelsvereinbarungen neu zu vereinbaren. Trump hatte den Deal im April gegenüber der "Washington Post" als "schrecklich" bezeichnet.

Auf Betreiben Washingtons laufen zurzeit bereits Neuverhandlungen über den nordamerikanischen Handelspakt Nafta mit Mexiko und Kanada.

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