Medienbericht: Ein Brief über den gefeuerten FBI-Chef Comey bringt Trump in Bedrängnis

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Medienbericht: Ein Brief über den gefeuerten FBI-Chef Comey bringt Trump in Bedrängnis | Kevin Lamarque / Reuters
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  • Laut Medienberichten liegt Sonderermittler Mueller ein Brief vor, in dem Trump die spätere Entlassung von FBI-Direktor Comey begründet
  • Beim Rausschmiss des Direktors im Mai hatte Trump auf eine Empfehlung aus dem Justizministerium verwiesen
  • Der Brief ist ein weiteres Beispiel für die widersprüchlichen Begründungen aus dem Weißen Haus für die Entlassung

Der US-Sonderermittler Robert Mueller soll derzeit einen seitenlangen Brief von US-Präsident Donald Trump prüfen.

In dem Schriftstück lege der Präsident die Gründe für den späteren Rausschmiss des FBI-Direktors James Comey dar. Das berichten die "Washington Post" und die "New York Times" unter Berufung auf Quellen, die mit der Ermittlung von Mueller vertraut sind.

Der Brief ist offenbar brisant: Denn Trump soll darin gleich mehrere Gründe anführen, warum er Comey aus seinem Amt werfen wollte.

Widersprüchliche Aussagen aus dem Weißen Haus

Heikel ist das für Trump, hatte er doch in dem offiziellen Kündigungsschreiben an Comey angegeben, auf Empfehlung des stellvertretenden Leiters des US-Justizministeriums, Rod Rosenstein, zu handeln.

In dem Brief seien mehrere Beschwerden Trumps über Comey aufgelistet. Darunter finde sich etwa der Vorwurf, dass Comey nicht öffentlich sagte, dass in der Russland-Affäre nicht gegen Trump ermittelt wird.

Trump hatte den FBI-Chef am 9. Mai überraschend entlassen. Er sieht sich seitdem dem Vorwurf ausgesetzt, er habe mit diesem Schritt die Russland-Ermittlungen des FBI behindern wollen.

Die Behörde untersucht, ob es Absprachen zwischen Trumps Wahlkampfteam und Moskau gab. Nach Comeys Entlassung setzte das Justizministerium Mueller als Sonderermittler ein, um die Untersuchung zu leiten.

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Berater äußerte Bedenken über den Brief

Über einen Brief Trumps war bislang nichts bekannt. Die "Washington Post" berichtete, der Präsident habe diesen gemeinsam mit seinem Berater Stephen Miller ausgearbeitet. Trump legte Miller demnach den Inhalt dar, dieser setzte das Schreiben auf.

Der Rechtsberater des Weißen Hauses hatte laut "New York Times" Bedenken. Er habe verhindert, dass Trump den Brief abgeschickt habe, schrieb die Zeitung.

Wollte Trump die Ermittlungen behindern?

Der Tatbestand der Behinderung der Justiz ist nicht leicht nachweisbar. Strafbar hätte Trump sich gemacht, wenn er willentlich die Ermittlungen von Comey behindern wollte. Dubios lassen den Präsidenten die verschiedenen Begründungen der Entlassung erscheinen.

Einige Indizen für eine Behinderung der Justiz gibt es allerdings. Comey hatte bei seiner Aussage vor dem Senatsausschuss im Juni erklärt: Er sei der Meinung, Trump habe ihn wegen der Russland-Untersuchungen entlassen wollen.

Jetzt liegt es an Mueller, das zu beweisen. Der Brief ist ein weiteres Puzzle-Stück in dieser Untersuchung - und ein weiteres Beispiel für die widersprüchlichen Aussagen des Weißen Hauses über die Entlassung von Comey.

Mit Material der dpa.

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