Studie: Schüler sind gestresst - wie Eltern helfen können

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Eltern können helfen, Probleme zu lösen - auch indem sie ihre eigenen Erwartungen überdenken | danchooalex via Getty Images
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  • DAK-Sudie: Schüler leiden unter mehr Stress als früher
  • Körperliche Beschwerden sind wichtige Hinweise, wenn es Kindern zu viel wird
  • Eltern können helfen, Probleme zu lösen - auch indem sie ihre eigenen Erwartungen überdenken

Immer mehr Kinder und Jugendliche leiden unter Stress. Die Ursachen sind meistens hoher Leistungsdruck, schlechte Noten oder Mobbing in den sozialen Medien. 43 Prozent der Schüler sind von diesem Stress betroffen - mit Folgen für die Gesundheit. Das zeigt die neue Studie der Krankenkasse DAK.

Die Krankenkasse führte die Schulstudie mit dem Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung in sechs Bundesländern durch. Knapp 7000 Schüler aus mehr als 400 Klassen der Jahrgangsstufen fünf bis zehn wurden repräsentativ befragt.

Der Präventionsradar untersucht jährlich das körperliche und psychische Wohlbefinden und das Gesundheitsverhalten von Kindern und Jugendlichen zwischen zehn und 18 Jahren.

Ein Drittel der betroffenen Jungen und Mädchen klagt demnach über Beschwerden wie Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Schlafprobleme und Panikattacken. Und: Der Stress nimmt mit den Schuljahren zu.

Das geht aus dem Präventionsradar 2017 hervor, den DAK-Gesundheit am Freitag in Berlin vorgestellt hat.

Diese Folgen hat Stress bei Kindern

Mädchen fühlen sich nach der Studie häufiger gestresst als Jungen. Jede zweite Schülerin habe sehr oft oder oft Stress. Bei den Schülern seien dies 37 Prozent. Vier von zehn Schülerinnen hätten demnach oft Kopfschmerzen, mehr als ein Drittel schlafe schlecht. 30 Prozent klagten regelmäßig über Rückenschmerzen, ein Viertel über Bauchweh.

Bei den Jungen gab gut ein Viertel an, häufig Kopfschmerzen zu haben. Jeweils rund 30 Prozent der Schüler schlafen demnach schlecht oder haben Rückenschmerzen, 15 Prozent haben oft Bauchweh.

Viele Kinder und Jugendliche erlebten Schule als Belastung. 40 Prozent der Schüler haben angegeben, zu viel für die Schule zu tun zu haben.

Ein solch negativer Stress wird demnach von Schüler zu Schüler unterschiedlich stark empfunden. Wie die gesundheitlichen Folgen nahelegen, wirkt er in der Regel eher langanhaltend und lässt sich nur schwer auflösen.

Am ehesten durch Veränderungen im sozialen Umfeld des Schülers: Wechsel des ungeliebten Lehrers, Umdenken bei den Eltern.

Eltern können ein Stressfaktor sein

Für Eltern und Lehrer gilt es also, die Symptome rechtzeitig zu erkennen und zu reagieren. Das heißt auch, sich selbst zu hinterfragen.

Denn nach einer Studie der Uni Bielefeld von 2015 sind häufig Eltern selbst, bewusst oder unbewusst, auslösender Faktor für den Stress ihrer Kinder. Etwa, wenn Kinder in der ständigen Angst leben, die Eltern durch schlechte Noten zu enttäuschen.

Linken-Chefin Katja Kipping sagte, in vielen Fällen übertrage sich Elternstress zu Hause - etwa durch Angst vor Armut oder sozialem Abstieg - auch auf die Kinder. Die Bundesregierung sollte die Situation der Eltern verbessern, durch mehr Lehrkräfte und mehr Planbarkeit im Leben der Eltern, argumentierte sie.

Mit dem Stress umgehen

Es gebe aber auch einen positiven Stress, sagen Experten. Jeder kenne die steigende Anspannung vor Prüfungen. Hier könne Stress durchaus produktiv sein.

Wenn man nämlich merke, dass er zu besonderen Leistungen ansporne. Wird die Prüfung mit Erfolg bestanden, unter anderem weil der Körper jede Menge Reserven mobilisieren konnte, wird Stress oft positiv erlebt.

Ein Kennzeichen dieses Stresses ist, dass er sich nach der Prüfung schnell auflöst.

 Stress in der Schule lässt sich demnach also nicht vermeiden. Doch Schüler können lernen, mit ihm umzugehen.

Schlechte Ernährung fördert Stress

Auch das Essverhalten der Schüler kann für einen Stressfaktor sorgen. Nur rund die Hälfte der Schüler isst nach der DAK-Studie täglich Obst oder Gemüse.

Aber 41 Prozent verzehrten täglich süße Snacks. Und ein Viertel konsumiert mehrmals pro Woche oder häufiger Fastfood, bei Softdrinks sind es 39 Prozent.

Wer regelmäßig gemeinsam mit der Familie frühstücke und zu Mittag esse, ernähre sich dagegen gesünder.

Schüler greifen gerne zu Energydrinks

Schüler nehmen gerne auch mal koffeinhaltige Energydrinks zu sich. Besonders beliebt seien sie bei Jungen der Klassen neun und zehn. Etwa jeder Fünfte gab laut Studie an, sie mindestens einmal wöchentlich zu trinken.

Reiner Hanewinkel, Autor der Studie, warnte, die Drinks enthielten "viel Koffein, sind extrem gesüßt und stecken voller synthetischer Zusatzstoffe". Schüler, die Energydrinks konsumieren, leiden demnach häufig unter Stress (51 Prozent), schlafen schlechter (26 Prozent) und sind häufiger übergewichtig (17 Prozent).

Besser: Schüler verzichten auf solche Getränke.

Frühe Erfahrungen mit Alkohol und Cannabis


Knapp 60 Prozent der befragten Schüler haben Erfahrungen mit Alkohol. In der zehnten Klasse hat der DAK-Studie zufolge mehr als jeder Zweite schon einmal bis zum Rausch getrunken (59 Prozent).

Cannabis ist nicht ganz so weit verbreitet: Insgesamt 13 Prozent der Befragten haben Erfahrungen damit. Bei den Zehntklässlern sind es 29 Prozent.

Gesundheitslehre in der Schule

Vor diesem Hintergrund unterstützt die DAK nach eigenen Angaben Initiativen, die sich für die Aufnahme von Gesundheitsthemen in den Lehrplan stark machen, wie es bei der gesetzlichen Krankenkasse hieß.

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