Diese Werbung beweist, dass VW aus seinen Fehlern noch immer nichts gelernt hat

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Diese Werbung beweist, dass VW aus seinen Fehlern noch immer nichts gelernt hat | Twitter/lhommealexandre
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  • Am Rand des Länderspiels der französischen Nationalmannschaft am Donnerstag war eine Werbebande von Volkswagen zu sehen
  • Der darauf abgebildete Spruch zog harsche Kritik auf sich

Das Fußballländerspiel zwischen Frankreich und der Niederlande sorgte am Donnerstag für Aufregung. Doch nicht der Kantersieg der Les Bleus wurde hitzig diskutiert sondern ein Werbebanner am Rand des Matches.

Dort war zu lesen:

"Wir lassen uns von einer Nation von Radfahrern nicht den Weg versperren." Geschaltet hatte die Anzeige im Stade du France der deutsche Autokonzern Volkswagen.

Der Spruch sollte sich offenbar auf die Niederländer beziehen, bekannt für ihre Vorliebe für das Rad als Fortbewegungsmittel. In Amsterdam etwa stieg der Anteil der Radfahrer in den letzten 20 Jahren um 40 Prozent, mehr als die Hälfte der Bewohner radeln täglich, wie "Spiegel Online" berichtet. In anderen Teilen des Landes sieht es ähnlich aus.

Volkswagen sponsert zudem die französische Nationalmannschaft während der Qualifikationsrunde für die Fußball-Weltmeisterschaft 2018. Der Spruch sollte also als Ansporn für die Fußballer dienen.

Eine Botschaft, die gehörig verunglückte.

"Wenn VW sich über saubere Verkehrsmittel lustig macht"

Volkswagen steht durch den Diesel-Skandal nicht nur in Deutschland im Fokus, der Autokonzern gilt als Umweltsünder durch manipulierte Systeme zur Abgas-Reinigung.

"Wenn VW, schuldig des Betrugs der Abgas-Kontrolle, eine Werbefläche geboten wird, um sich über saubere Verkehrsmittel lustig zu machen", kommentierte ein Twitter-Nutzer das Werbebanner.

Tatsächlich zeigt die Werbung, dass VW aus den Fehlern der Vergangenheit nichts gelernt hat.

In den USA verurteilte ein Gericht kürzlich einen ersten VW-Mitarbeiter im Zuge des Diesel-Skandals zu einer Haftstrafe. In Deutschland sind die Berichte über mutmaßliche Absprachen mit anderen Autobauern gerade erst abgeflaut.

Weiterhin hängt VW das Image des Klimasünders an. Umweltfreundliche Verkehrsmittel wie Fahrräder auf's Korn zu nehmen, ändert daran nichts.

Hinzu kommt ein bitterer Beigeschmack, wenn sich ein Autokonzern über Radfahrer lustig macht. In Frankreich starben 2014 159 Fahrradfahrer im Straßenverkehr, seit 2010 stiegen die Todeszahlen der Radler um 22 Prozent.

Der als Scherz gemeinte Werbespruch verliert angesichts solcher Zahlen ganz schnell seinen Witz.

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(mf)

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