Russisches Staatsfernsehen zeigt Jubel-Reportage über Kim Jong-uns Reich

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  • Das russisches Staatsfernsehen hat eine Reportage über Nordkorea ausgestrahlt
  • Doch die Aufnahmen verzerren die Realität
  • Währenddessen treibt Kim Jong-un sein Raketenprogramm weiter voran

Seit Mitte August erklärt "Perwy kanal"-Moderatorin Marina Kim jeden Morgen, wie großartig es angeblich in Nordkorea ist. Man könnte meinen, Pjöngjang sei plötzlich der wichtigste strategische Partner Moskaus, so übertrieben wirken die Videos im populärsten Fernsehkanal Russlands.

In einem Video gießt Moderatorin Kim begeistert Nelken, die in der kommunistischen Diktatur die Nationalblumen sind. Fröhliche Arbeiterinnen singen Lieder. Immer im Hintergrund: Die Porträts der kommunistischen Staatsführer. In einer anderen Ausgabe schwärmt die Moderatorin vom angeblichen "Modeboom" in Pjöngjang. Nur auf den ersten Blick sehe es so aus, als seien alle gleich gekleidet. Und statt Brillanten schmücke die Pjöngjanger eben ihr Parteiausweis.

Weitere Raketentests angekündigt

In den Videos wird der Eindruck erweckt, als wären alle Nordkoreaner überaus glücklich und als gäbe es keine Probleme – erst recht keinen Hunger: Eine Szene zeigt, wie fröhliche Köchinnen ein riesiges Huhn füllen. Danach rufen Sie auf Russisch: "Guten Appetit!"

Die Videos mögen harmlos wirken.

Aber gleichzeitig treibt Kim Jong-un sein Raketenprogramm voran. Den jüngsten Abschuss einer Rakete über Japan hinweg nannte Kim den "Auftakt" für weitere Tests in Richtung Pazifik. In dieser Situation wirken die Jubelreportagen nicht nur deplatziert. Man fragt sich auch, wie die russische Regierung zum nordkoreanischen Regime steht.

Aufnahmen aus der Reportage seht ihr im Video oben.

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(mf)

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