"Jugend ohne Gott" im Kino: Dystopie-Roman zum dritten Mal verfilmt - und es lohnt sich

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JUGEND OHNE GOTT
In einer nicht weit entfernten Zukunft sucht ein Jugendlicher in der zunehmen kalten Gesellschaft nach einem Ausweg. „Jugend ohne Gott“ ist der Kinofilm der Woche. | Uli Aselmann
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  • Der Kinofilm der Woche am 31. August ist "Jugend ohne Gott"
  • Filmfans sagen: „Jugend ohne Gott“ sollte man nicht verpassen
  • Eine düstere Zukunftsvision mit wahrem Kern

"Jugend ohne Gott" - das Kino-Highlight am Donnerstag, den 31. August: In einer nahen Zukunft geht es in der Gesellschaft nur noch um Leistung. Moralische Werte und Emotionen kennt man nicht mehr. Schüler, die an einer der fünf begehrten Universitäten aufgenommen werden wollen, müssen in einem Assessment Camp ihre Leistung unter Beweis stellen.

Der Einzelgänger Zach (Jannis Niewöhner) hat an diesem Wettstreit allerdings wenig Interesse. Als er die Aussteigerin Ewa (Emilia Schüle) trifft und sich verliebt, zieht er Eifersucht und Missgunst seiner Mitschüler auf sich.

Auch der wohlmeinende Lehrer (Fahri Yardim) wird darin verwickelt.

Jede Woche kommen neue Filme ins Kino - doch welche sollte man auf keinen Fall verpassen? isnotTV, Partner der HuffPost, stellt euch jede Woche den Kinofilm der Woche vor. Wir haben für euch den absoluten Hingucker, den ihr nicht versäumen solltet. Eure Meinung könnt ihr außerdem mit Fans weltweit austauschen.

Dieses Mal ist es "Jugend ohne Gott". Der Film zeigt eine Welt, die nicht mehr allzu weit von der unsrigen entfernt scheint und basiert auf einer mutigen Vorlage.

"Jugend ohne Gott" – Ein Spiegel der Gesellschaft

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Buch des österreichischen Autors Ödön von Horváth (1937) und ist ein Klassiker der Anti-Kriegs-Literatur. In der Vorlage wird ein Lehrer mit dem zunehmen nationalsozialistischen Gedankengut und der emotionalen Kälte seiner Schüler konfrontiert.

Wegen der provokanten Parallelen zur Gleichschaltungspolitik der Nazis wurde das Buch kurz nach seiner Veröffentlichung auf die „Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums“ aufgenommen.

Der Stoff wurde bereits zweimal verfilmt. Es gibt eine deutsche Produktion von 1991 und eine französische von 1996. Alain Gsponers "Jugend ohne Gott" unterscheidet sich von diesen Adaptionen vor allem durch das Szenario.

Statt in die Vergangenheit und damit in die NS-Zeit verlegt er den Film in eine nahe Zukunft und sendet eine neue Botschaft: Auch heute noch neigen wir dazu, Leistung vor Emotionen und Toleranz zu stellen. Bewegen wir uns also vorwärts oder ähnelt die Zukunft eher der Gegenwart von Ödön von Horváth?

Fahri Yardim als gutes Gewissen

In der Romanvorlage war der von Fahri Yardim gespielte Lehrer Hauptcharakter der Geschichte, doch die Verfilmung von „Jugend ohne Gott“ legt ihren Fokus auf Aussteiger Zach und seinen Mut zur Liebe. Mit seiner Beziehung zu Ewa, einer "Illegalen", zieht er besonders die Eifersucht seiner Bewunderin Nadesh (Alicia von Rittberg). Wie schön, dass sich die Schauspieler im wahren Leben viel besser verstehen.


"Jugend ohne Gott" verspricht neben diverser Seitenhiebe auf unsere Gesellschaft auch jede Menge Spannung. Buch- und Dystopie-Fans werden an dieser Verfilmung also ihre Freude haben – und ebenso manche Verschwörungstheoretiker.

Nicht zu vergessen, wartet in diesem Film ein junger, aber begabter Cast auf die Kinozuschauer.


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(cho)

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