AfD-Politiker aus Sachsen-Anhalt will mit deutscher Tradition werben - und beleidigt ein ganzes Bundesland

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  • Die selbsternannten Bewahrer deutscher Traditionen zeigen erneut, dass sie davon keine Ahnung haben
  • Der Beitrag eines AfD-Politikers aus Sachsen-Anhalt sorgt einen Shitstorm
  • Insbesondere Nutzer aus Bayern f├╝hlen sich davon beleidigt

Bier, Breze, Dirndl. Was soll da schon schiefgehen, um f├╝r das "Bewahren deutscher Traditionen" zu werben?

Das dachte sich wohl der AfD-Politiker Daniel Schneider aus Sachsen-Anhalt, als er ein entsprechendes Wahlkampfmotiv auf seine Facebook-Seite stellte. Wohlgemerkt: Schneider ist Vorstandsmitglied des v├Âlkisch-nationalistischen Parteifl├╝gels "Patriotische Plattform" und kandidiert derzeit f├╝r den Bundestag.

Doch das Bild des selbsternannten Bewahrers deutscher Traditionen sorgt nun f├╝r einen Shitstorm. Denn viele Nutzer, mutma├člich zum Gro├čteil aus Bayern, empfanden die Darstellung als Beleidigung - und ├Ąu├čerten sich erbost unter dem Beitrag.

"Preu├čisches Klischee vom multipotenten, saufenden und jodelnden Bayern"

"Das Bild hat weder mit Tradition noch mit deren Bewahrung zu tun", erkl├Ąrt Erich Tahedl, Gesch├Ąftsf├╝hrer des Bayerischen Trachtenverbandes, der HuffPost.

Er betont: "Es wird das preu├čische Klischee vom multipotenten, saufenden und jodelnden Bayern bedient."

Der Experte steht mit seiner Meinung nicht alleine da.

Facebook-Nutzer f├Ąllen ein hartes Urteil ├╝ber das Poster:

Ôľ║ "Die Ma├č' schaut lack aus, die Brezn l├Ątschad, der schwarze Rei├čverschluss passt an eine Skijacke aber niemals an ein Dirndl und nur Preissn h├Ąngen sich a silberne Brezn um den Hals.....unerreichter FAIL! Setzen 6 (sic!)", urteilt Harald B.

Ôľ║ Clemens K. greift die Kritik auf und beschwert sich: "So auff├Ąllig (billig?) wie der Rei├čverschluss ist und der Stoff (Polyester?) gl├Ąnzt, ist das 'Dirndl' hoffentlich nicht Made by China."

Ôľ║ Auch Klaus T. unterstreicht, "ein richtiges Dirndl hat vorne kein (sic) Rei├čverschluss". Dass die AfD von Tradition "labere", aber solch eine Bild "bringe" zeigt, "wie peinlich" die Partei sei.

Ôľ║ "Was von Tradition faseln, aber ein Bild von einer 19,95 Dirndl-Imitation posten, die keine Bayerin freiwillig anziehen w├╝rde", betont Florian K. Sein Fazit: "Typisch Vollpfostenverein."

Ôľ║ "Welche Bayerin zieht sich ne Brezn-Kette, ein Dirndl mit Rei├čverschluss und dann auch noch ohne Sch├╝rze an?", fragt sich auch Vera S. "Mit euren Verweisen auf diese Pseudotradition k├Ânnt ihr nicht ablenken von eurer Politik, die nur auf Abgrenzung gem├╝nzt ist."

Die ganze Diskussion bringt schlie├člich Johanna R. auf den Punkt: "Das Dirndl ist eine bayerisch/├Âsterreichische Tradition. Ich habe selten einen Sachsen im Dirndl gesehen." Deshalb sollte die AfD aufh├Âren mit Traditionen zu werben. Kurzum: "A Nazi hod koa Tradition."

Nicht das erste Mal kennt die AfD deutsche Traditionen nicht

Eigentlich h├Ątte die Partei gewarnt sein m├╝ssen.

Denn es ist nicht das erste Mal, dass die Rechtspopulisten zeigen, dass sie keine Ahnung von deutscher Kultur haben.

Bereits vor zwei Wochen blamierte sich die AfD bei einem Plakatmotiv mit Trachten. Die Darstellung einer Schwarzw├Ąlder Tracht war komplett falsch und hatte letztendlich mit dem Original nichts zu tun.

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