Top-Ökonom behauptet: So kann Vollbeschäftigung in Deutschland erreicht werden

Veröffentlicht: Aktualisiert:
HUETHER
Top-Ökonom erklärt, wie Vollbeschäftigung in Deutschland erreicht werden kann | dpa
Drucken
  • IW-Ökonom Michael Hüther sieht die Chance, Vollbeschäftigung in der nächsten Legislatur-Periode zu erreichen
  • Dazu müsse Deutschland die richtige Antwort auf drei Trends finden

Spätestens 2025 will die Union laut ihrem Wahlprogramm die Vollbeschäftigung in Deutschland erreichen. Bis dahin also soll die Zahl der Arbeitslosen bundesweit halbiert werden.

Der Direktor des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, glaubt, dass die Vollbeschäftigung in der nächsten Legislaturperiode Wirklichkeit werden könnte.

"Es geht darum, die Voraussetzungen der laufenden Erfolgsgeschichte so zu stabilisieren und zu entwickeln, dass Vollbeschäftigung umfassend zu Realität wird", sagte er im Gespräch mit der Nachrichtenseite "Focus Online".

Ohnehin stehe es um die Einlösung des Wahrversprechens der Union gut, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" kürzlich kommentierte.

"Schon heute herrscht in weiten Teilen Süddeutschlands Vollbeschäftigung", heißt es da. Ein Ende des Stellenaufschwungs sei nicht in Sicht.

Hier muss die Politik Antworten finden

Um die Vollbeschäftigung zu erreichen, muss die Politik allerdings Antworten auf die Herausforderungen der nächsten Jahre finden, sagte Hüther. Drei "Megatrends" hat der Ökonom hier ausgemacht:

Digitalisierung und Strukturwandel

Hüther fordert dazu, die Breitbandverbindungen in Deutschland auszubauen. "Da es sich um ein öffentliches Gut handelt, ist hier der Staat gefordert, jedenfalls in Regionen, in denen es sich privat nicht rechnet", sagte er.

Auch solle die Sozialpolitik die Transformationen auf dem Markt nicht behindern. Darunter versteht Hüther das "Unterlassen jeglicher einengender Regulierung" und "eine Flexibilisierung des Arbeitszeitregelungen".

Da Menschen in Zukunft womöglich unregelmäßig angestellt sein werden, sollen sie durch "kollektive Grundsicherungssysteme" und "individuelle Versicherungslösungen" unterstützt werden.

Demografie und Migration

Hier macht Hüther eine düstere Ansage: "Die nächste Legislaturperiode ist die letzte, in der Deutschland aus demografischer Sicht gut dasteht."

Das Rentenalter müsse daher auf 70 Jahre angehoben werden. Der Standort Deutschland insgesamt durch "wettbewerbsfähige Steuersätze" gefördert werden.

Globalisierung

Hüther spricht sich gegenüber "Focus Online" für eine "eine prononcierte Freihandelsstrategie auf allen Ebenen" aus. Das bedeutete, europäische Freihandelsabkommen mit Südamerika und anderen Regionen abzuschließen.

Außerdem verlange die Globalisierung ein "systematisches und transparentes Einwanderungsgesetz".

Mit Material der dpa.

Mehr zum Thema: Wie ungerecht ist Deutschland? Das sagen Experten und Betroffene:

Martin Schulz kämpft für soziale Gerechtigkeit - aber wie schlecht geht es Deutschland wirklich?
"Wir fühlen uns schuldig für unsere Armut" - was es bedeutet, in einer armen Familie zu leben
Wie gerecht geht es in Deutschland zu? Diese Zahlen zeigen es
Lieber Martin Schulz: Wenn Sie Gerechtigkeit wollen, müssen Sie diesen Millionen Menschen in Deutschland helfen
Eine Grafik zeigt die erschütternde Ungleichheit in den USA - sie muss auch den Deutschen eine Warnung sein

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

(jg)

Korrektur anregen