Schröder will bei Rosneft einsteigen - Kritik daran wischt er mit deutlichen Worten beiseite

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Schröder will bei Rosneft einsteigen: "Ich werde das tun" | dpa
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  • Altkanzler Schröder will laut eigenen Aussagen das umstrittene Jobangebot des russischen Ölkonzerns Rosneft annehmen
  • Die Kritik daran wies er mit heftigen Worten und einem Seitenhieb auf Trump zurück
  • Schröder warnte vor dem US-Präsidenten als eine Gefahr für den Weltfrieden

Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) will trotz harscher Kritik das Angebot annehmen, in den Aufsichtsrat des russischen Ölkonzerns Rosneft einzuziehen.

"Ich werde das tun. Es geht um mein Leben, und darüber bestimme ich - und nicht die deutsche Presse", sagte Schröder am Mittwochabend bei einem Wahlkampfauftritt im niedersächsischen Rotenburg an der Wümme. Er wolle dabei mithelfen, die Energiesicherheit Deutschlands und Europas zu sichern.

Ob er bei Rosneft sogar den Vorsitz des Aufsichtsrates übernehmen soll, wie russische Medien berichteten, ließ Schröder zunächst offen.

Rosneft sei nicht der "verlängerte Arm" Putins

Der Sozialdemokrat erklärte zu seinen Beweggründen, es sei aus ökonomischen und politischen Gründen nicht vernünftig, Russland zu isolieren. "Die Dämonisierung Russlands hilft keinem."

Rosneft sei keineswegs "der verlängerte Arm der russischen Regierung", sagte Schröder. So seien auch British Petroleum (BP), Katar oder Glencore an dem weltgrößten Ölkonzern beteiligt. Das neunköpfige Aufsichtsgremium (Board) sei nicht russisch dominiert.

Gegen Rosneft wurden wegen der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim EU-Sanktionen verhängt. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hatte sich von Schröders Plänen distanziert.

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"Im Gegensatz zu Trump ist Putin ein hochrationaler Mann"

Auf die Frage, ob er nicht fürchte, von Russlands Präsident Wladimir Putin als Aushängeschild bei Rosneft benutzt zu werden, antwortete Schröder: "Ich bin nicht benutzbar." Er habe auch nicht den Eindruck, dass Putin dies mit ihm vorhabe, sagte Schröder.

Laut seinen eigenen Aussagen hält Schröder den US-Präsidenten offenbar für den gefährlicheren Staatschef im Vergleich mit Putin. Donald Trump sei eine Gefahr für den Weltfrieden.

"Außenpolitik über Twitter zu machen ist hochgradig gefährlich. Verglichen mit Herrn Trump ist Wladimir Putin ein hochrationaler Mann", sagte Schröder. Der Altkanzler sagte aber auch an dieser Stelle, er finde nicht alles richtig, was Russland weltpolitisch tue.

Schröder nannte es problematisch, wie Trump, der mächtigste Mann der Welt, je nach Laune oder aus Frust über Medien auf weltpolitische Probleme reagiere. Das sei auch eine Gefahr für Deutschland.

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(jg)

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