Nordkorea droht mit weiteren Raketentests - nächstes Ziel Guam

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken
  • Das nordkoreanische Regime droht mit weiteren Militärmanövern und Raketenabschüssen
  • Am Dienstag hatte das Land eine Rakete über das benachbarte Japan hinweggeschossen (siehe Video oben)
  • Jetzt soll das US-Territorium Guam das nächste Ziel von Nordkoreas Raketen werden

Kim Jong-un weiß, wie man die Welt in Atem halten kann: Mit Raketen.

Am Dienstag ließ Nordkoreas Machthaber eine davon über das benachbarte Japan hinwegschießen. Das war zwar nicht das erste Mal, diesmal kündigte Pjöngjang die Aktion jedoch nicht an. Und am Mittwochmorgen folgte bereits die nächste Warnung des Kim-Regimes.

Die staatliche Nachrichtenagentur Nordkoreas (KCNA) feierte in einer Meldung das "ultra-morderne Raketensystem", dass am Dienstag erfolgreich getestet worden sei. Sie zitierte Diktator Kim Jong-un mit den Worten, er sei "sehr zufrieden" mit der Militärübung.

Und: Diese sei nur ein erster Schritt der Operationen Nordkoreas im Pazifik gewesen. Das nächste Ziel des Landes: "Guam in Schach halten".

UN-Sicherheitsrat verurteilt Nordkoreas Provokationen

Die Insel im Pazifik ist ein vorgelagerter Militärstützpunkt der USA und war bereits häufiger Ziel von Provokationen Nordkoreas. Auf die neuerlichen Drohungen Kim Jong-uns reagieren die Behörden auf Guam deshalb gelassen.

"Wir wussten, dass wir mit Gerede und Aktivität aus Nordkorea rechnen müssen, nachdem die USA, Südkorea und seine Verbündeten eine gemeinsame Übung durchgeführt haben", sagte George Charfauros, Berater für Guams Heimatschutz-Behörde, dem US-Sender CNN.

Nordkorea hatte die Militärübung der USA und Südkoreas als Grund für den Raketenabschuss am Dienstag vorgeschoben.

Mehr zum Thema: Nordkorea provoziert erneut mit einem Raketentest - das ist Kim Jong-uns Strategie

Der UN-Sicherheitsrat hat diesen nun in einer Sondersitzung einstimmig als "empörend" verurteilt. Zudem rief das höchste UN-Gremium das diplomatisch isolierte Land auf, konkrete Schritte zu ergreifen, um die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel zu verringern. Weitere Sanktionen gegen Nordkorea beschloss die UN jedoch nicht.

Japan und Sürdkorea wollen Druck gegen Nordkorea auf "extremes Maß" steigern

Die 15 Mitglieder des Sicherheitsrats riefen Pjöngjang auf, weitere Tests zu unterlassen und im Einklang mit früheren UN-Resolutionen sein Atomprogramm einzustellen.

Die jüngsten Raketentests des nordkoreanischen Militärs unterminierten "absichtlich regionalen Frieden und Stabilität und haben weltweit große Sicherheitsbedenken ausgelöst", heißt es in einer im Anschluss an die Sondersitzung verbreiteten Erklärung. "Der Sicherheitsrat betont, dass diese Aktionen Nordkoreas nicht nur eine Bedrohung für die Region, sondern für alle UN-Mitglieder darstellen."

Südkoreas Präsident Moon Jae In und Japans Ministerpräsident Shinzo Abe verständigten sich unterdessen in einem Telefongespräch darauf, den Druck auf Pjöngjang auf "ein extremes Maß" steigern zu wollen. Moon hatte diesen schon im Vorlauf zur Schau gestellt, indem er nahe der nordkoreanischen Grenze mehrere Bomben bei einer Militärübung niedergehen ließ.

Seoul und Tokio wollten sich den Angaben des Präsidialamts in Seoul zufolge jetzt in Zusammenarbeit mit den USA für "konkretere und wirkungsvollere Maßnahmen des UN-Sicherheitsrats gegen Nordkorea einsetzen". Nordkorea solle an den Verhandlungstisch zurückgebracht werden.

UN-Sicherheitsrat verurteilt Nordkoreas Provokationen

Moon und Abe sprachen demnach von einer Krise.

Der Raketentest sei eine Handlung von "unfassbarer Gewalt", wurde Südkoreas Präsident von einem Sprecher zitiert. Ein Regierungssprecher in Tokio sprach von einer "beispiellos ernsten und schweren Bedrohung".

Auch US-Präsident Donald Trump verurteilte den Raketentest des Kim-Regimes und betonte: "Alle Optionen sind auf dem Tisch." Trump, der bereits mehrmals mit einem Alleingang in dem Konflikt gedroht hatte, warf Pjöngjang vor, mit dem Test "seine Verachtung für seine Nachbarn, für alle Mitglieder der Vereinten Nationen und für einen Mindeststandard an akzeptablem Verhalten" signalisiert zu haben.

Chinas Außenministerium warnte zeitgleich, in dem Konflikt auf der koreanischen Halbinsel sei ein "kritischer Punkt" erreicht.

Die Hintergründe zur Nordkorea-Krise:
Die Welt hält Kim Jong-un für einen irren Diktator - ein Nordkorea-Experte erklärt, warum das ein schwerer Fehler ist
Die machtlose Supermacht: China hat kaum noch Einfluss auf die Entwicklungen in Nordkorea
Was passiert, wenn Kim Atomraketen schickt? Die 6 wichtigsten Fragen und Antworten
Tödliches Netzwerk: Nordkorea ist keineswegs der isolierte Staat, für den ihn viele halten
Die USA und Nordkorea drohen sich mit Krieg - doch in Südkorea bleiben die Menschen gelassen

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

(mf)

Korrektur anregen