Beeindruckendes Fotoprojekt: Nina Röders Bilder zeigen die geheimnisvolle Verbindung von Mensch und Natur

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  • Nina Röders Fotoreihe "A little deeper than you thought" zeigt eine besondere Verbindung von Mensch und Natur
  • Die Künstlerin fotografierte dafür nackte Körper in unberührten, wilden Landschaften
  • Die Fotos erzählen von einer Sehnsucht nach Ferne und Einsamkeit fernab der Zivilisation

Nackte Körper verschmelzen mit ihrer Umgebung, fügen sich ein, verschwinden beinahe. Die Reihe "A little deeper than you thought" - ein wenig tiefer als du dachtest - der deutschen Fotografin Nina Röder erzählt mit gefühlvollen Aufnahmen von Ferne und Isolation.

"Die Intention dieser Arbeit liegt in der Visualisierung von psychischen und emotionalen Zuständen eingebettet in der Natur", sagte Röder der HuffPost. "Den Schauplatz oder 'Hintergrund' der Natur habe ich gewählt, um eine gewisse Ohnmacht und Einsamkeit zu verdeutlichen."

Zarte Körper, raue Wildnis

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Sie zeigt nackte Körper in unberührten Landschaften und vereint so Mensch und Natur auf eine mythisch aufgeladene Art und Weise. Viele der Aufnahmen sind Selbstportraits.

Aufgenommen hat Röder die Bilder in den Landschaften Islands, Irlands, Spanien, Nordamerikas und dem Harz.

Orte der Einsamkeit

"Hintergrund für diese Aufenthalte waren Artist-in-Residence-Programme, die jeweils einen Monat lang waren", sagte Röder. Solche Programme ermöglichen es Künstlern, im Rahmen von Stipendien oder Einladungen von Institutionen wie Galerien oder Hochschulen, an anderen Orten ihrer Kunst nachzugehen, ohne dass sie vor Ort Ausgaben haben.

In Island lebte die Fotografin beispielsweise einen Monat in einem Fischerdorf mit 500 Einwohnern.

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Wasser spielt als Ursprung des Lebens in vielen von Röders Bildern eine wichtige Rolle. Ihre Aufnahmen könnten sagen: Der Körper kann nicht ohne die Natur. Geht aus ihr hervor. Fernab der Zivilisation.

"Für meine Bildstimmung war es lediglich wichtig, eine Form und Einsamkeit zu finden", sagte sie. "Es geht ums Loslassen, sich Verlieren und sich Wiederfinden", sagte Röder.

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Oft steht auf ihren Fotos nicht der Mensch im Vordergrund, sondern die geheimnisvolle Verbindung zwischen Mensch und Natur und die Schönheit der Landschaften, die die Natur formt.

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Die Körper verschmelzen bei Röder mit der Natur, sind Teil, fügen sich ein. Manchmal wirkt der Mensch fast wie ein Accessoire der Natur.

Sehnsucht und Weltflucht

"Der Prozess hinter einigen Bildern liegt in einem performativen Umgang - also einem Einfügen", beschreibt sie es selbst. "Als Abkehr vom Individualismus würde ich das allerdings nicht deuten, da der emotionale Hintergrund doch sehr persönlich ist."

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Die Fotos erzählen von einer romantischen Sehnsucht nach Weltflucht und Ferne, aber auch von Einsamkeit. Der Körper ist ebenso Form wie die Landschaft.

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Röders Bilder entfalten eine Stimmung zwischen Melancholie und zufriedener Ruhe. Trotzdem wirken die Bilder dynamisch, ohne etwas Flüchtiges oder Schnelllebiges an sich zu haben.

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(lk)

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