Ihr denkt, die Flecken auf eurer Haut kommen von zu viel Sonne? Das kann auch noch dahinter stecken

Veröffentlicht: Aktualisiert:
HYPERPIGMENTIERUNG
Was viele nicht wissen: Nicht nur Sonne, auch Hormone können die Pigmentstörung auslösen | Getty
Drucken
  • Melanismen sind dunkle Flecken auf der Haut, vor allem in Gesichtsbereich
  • Sie sind zwar nicht gefährlich, doch viele Betroffene leiden ästhetisch darunter
  • Was viele nicht wissen: Nicht nur Sonne, auch Hormone können die Pigmentstörung auslösen

Viele Menschen finden: gebräunte Haut ist schick. Bräunung ist aber auch ein Schutzmechanismus der Haut gegen die UV-Strahlen der Sonne. Dabei wird Melanin, ein dunkles Pigment, gebildet. Es hindert die Strahlung daran, tiefer in die Haut einzudringen.

Ist die Pigmentierung der Haut gestört, kann es zu dunklen Flecken auf der Haut kommen. Melanin baut sich im Normalfall ohne UV-Strahlung wieder ab, in Pigmentflecken bleibt das Melanin jedoch erhalten.

Das Melanin lagert sich ungleichmäßig in der Haut ab und Pigmentstörungen, sogenannte Hyperpigmentierungen, entstehen: braune oder auch graue Flecken auf der Haut.

Obwohl eine hohe Zahl von Menschen die Flecken bekommt, wissen viele nicht, was hinter der Hautveränderung steckt. Denn: Nicht nur die Sonne kann schuld daran sein. Speziell bei Frauen gibt es noch weitere Auslöser.

Auslöser können Sonne und weibliche Geschlechtshormone sein

90 Prozent der Betroffenen dieser Pigmentstörung sind Frauen.

Die Flecken treten vor allem an sonnenexponierten Stellen des Körpers wie dem Gesicht auf: am häufigsten auf der Stirn, den Wangen, am Kinn oder der Oberlippe. Denn UV-Strahlung kann Auslöser der Flecken sein und sie verstärken.

Aber auch weibliche Geschlechtshormone wie Östrogen- und Gestagen können die Pigmentstörung auslösen: Hormonflecken, die Melasmen genannt werden.

Diese Störung ist zwar harmlos und keine Vorstufe zu Krebs. Viele Betroffenen leiden aber psychisch unter den Flecken, da sie oftmals als wenig ästhetisch empfunden werden.

Auch andere Arten der Pigmentstörung sind möglich, zum Beispiel die Hypopigmentierung, bei der weiße Flecken auf der Haut entstehen, da dort kein Melanin gebildet wird. Die extremste Ausprägung dieser Pigmentstörung ist der Albinismus.

Flecken durch Schwangerschaft und Pille

Auch wenn die Störung keine körperlichen Auswirkungen hat, "sollte dies nicht dazu führen, dass man die teilweise gravierenden psychischen Auswirkungen auf manche Betroffene außer Acht lässt", sagte Anand Ganesan von der University of California Irvine der HuffPost.

Schwangerschaften und die Einnahme der Pille können Grund für die Entstehung der Flecken sein. Die Hautflecken während der Schwangerschaft sind als "Schwangerschaftsmaske" bekannt.

Laut Angaben von Ärzten sind bis zu 20 Prozent der Frauen, die die Pille nehmen, von Pigmentstörungen betroffen - eine weitere Nebenwirkung auf der Liste dieser hormonellen Verhütungsmethode.

Mehr zum Thema: Forscher haben herausgefunden: So beeinflusst die Antibaby-Pille das Wohlbefinden

Die genetische Veranlagung der Frauen spielt dabei eine Rolle. Auch Menschen mit Schilddrüsenerkrankungen haben ein höheres Risiko für Hyperpigmentierungen. Außerdem steht Stress in Verdacht, die Produktion des Hormons namens Melanozyten-stimulierenden Hormons (MSH) anzuregen.

Oftmals verschwinden die Flecken nach der Schwangerschaft oder dem Absetzen der Pille wieder. Es ist aber möglich, dass die Flecken dauerhaft bleiben. Auch Unverträglichkeiten von Medikamenten (phototoxische und photoallergische), chemische Substanzen, Kosmetika, Parfum oder Pflanzensäfte kommen als Auslöser in Frage. Diese Fälle sind aber selten.

Sonnenschutz ist das A und O

Doch es gibt Behandlungsmethoden. Da Sonnenlicht die Flecken immer verstärkt, sollte ein guter Sonnenschutz Basis jeder Behandlung sein, rät Hautärztin Lauren Ploch gegenüber der HuffPost. Das Solarium sollte absolut tabu sein, sagt sie.

Das könnte euch auch interessieren: Sie wurde wegen ihrer Sommersprossen gehänselt - dann postet sie ein Bild, das alle verstummen lässt

In starken Fällen kann eine Behandlung mit einem Schälmittel mit Vitamin-A-Säure helfen. Die Haut schält sich dabei in etwa neun Monaten und die Flecken werden somit entfernt. Wegen der möglichen Nebenwirkung sollte das allerdings nur unter ärztlicher Aufsicht geschehen.

Auch Cremes und chemische Peelings können helfen. Aber auch hier gilt: Behandelt eure Haut nur unter Aufsicht eures Hautarztes. Sogar Laserbehandlungen werden angeboten.

Die Aufhellungsprozesse dauern aber lange. Es ist also Geduld gefragt.

Überholte Schönheitsideale

Glücklicherweise ändern sich Schönheitsideale bekanntlicherweise aber von Zeit zu Zeit. Auch Sommersprossen - ebenfalls eine Pigmentstörung - galten lange Zeit als Schönheitsmakel. Heute lassen sich manche Menschen diese sogar tätowieren.

Auch lesenswert: Jahrelang verhüllte sie aus Scham ihren Körper - jetzt zeigt sie, was sich unter ihrer Kleidung verbirgt

Auch einige Prominente wie Jenna Dewan Tatum, Brooke Burke oder Sarah Silverman haben in letzter Zeit über ihre Erfahrungen mit Melanismen berichtet und helfen damit vielleicht, dass die Betroffenen weniger unter der Pigmentstörung leiden.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

(lk)

Korrektur anregen