Die CDU zeigt mit ihrer Anti-Cannabis-Kampagne, dass sie von Drogen keine Ahnung hat

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  • Der Berliner Senat will die Legalisierung von Cannabis vorantreiben
  • Doch die CDU hält das für einen "gefährlichen Irrweg"
  • Und präsentiert dazu eine peinliche Kampagne

Ob Spreeufer, Tempelhofer Feld oder abends im Club. Vielerorts wabert der süssliche Duft von Cannabis durch die Bundeshauptstadt. Die Konsumenten zu bestrafen, funktioniert allerdings schlecht bis gar nicht. Die Gesetze schrecken weder Kiffer noch Dealer ab, Gerichte und Polizei sind überfordert.

Aus diesem Grund erwägt die rot-rot-grüne Berliner Landesregierung Hanf zu legalisieren.

Doch die CDU sperrt sich vehement gegen das Vorhaben - seit Neuestem auch mit einer peinlichen Kampagne.

"Wovor warnt uns die CDU? Vor getrocknetem Salbei?"

Entsprechende Postkarten hat der Berliner Linken-Politiker Niklas Schrader im Abgeordnetenhaus entdeckt.

Darauf steht: "Die Aufweichung der Drogenpolitik ist ein gefährlicher Irrweg. Rot-Rot-Grün gefährdet das bisher Erreichte durch erneut lasche Drogenpolitik." Aus Sicht der Berliner CDU-Fraktion würde in der Hauptstadt "Klientelinteresse vor Gemeinwohl" regieren.

Irritiert fragt Schrader jedoch mit Blick auf das verwendete Foto: "Wovor warnt uns die CDU? Vor getrocknetem Salbei?"

Schnürsenkel, getrockneter Krötenschleim oder Misteln

Denn ganz offensichtlich handelt es sich bei der "Droge" auf den Postkarten nicht um Cannabis. Internet-Nutzer rätselten, dass es sich um Bandnudeln, Schnürsenkel, getrockneten Krötenschleim oder Misteln handeln könnte.

Allerdings zeigt auch ein zweites Detail, wie wenig Ahnung die Christdemokraten von Drogen haben.

Selbst bei der Annahme, dass es sich bei dem Fake-Gras um echtes Cannabis handeln würde, wäre der bei dem Drogendeal verwendete Geldbetrag reichlich überhöht. Das ist auch dem Linken-Politiker Schrader aufgefallen. Er twittert: "Über 100 Euro für son kleines Tütchen. Da hat sich die CDU Berlin aber ziemlich über den Tisch ziehen lassen."

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Zum Verständnis: Laut dem Fachportal "Graspreis.de" liegt der durchschnittliche Preis für ein Gramm hochwertige Cannabisblüten in der Hauptstadt bei 8,55 Euro.

Und Salbei ist sogar noch günstiger. So weist der Linken-Politiker Oliver Höfinghoff darauf hin‏, dass ein halbes Kilogramm der Heilpflanze bereits für etwas mehr als 5 Euro zu haben ist.

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(jg)

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