So unterschiedlich reagieren die USA, Russland und China auf Nordkoreas Raketen-Test

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DONALD TRUMP
"Alle Optionen auf dem Tisch": Die USA, Russland und auch China kritisieren den Raketen-Test von Nordkorea | The Washington Post via Getty Images
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  • US-Präsident Trump hat den Raketentest von Nordkorea verurteilt und betont, alle Optionen seien auf dem Tisch
  • Auch Nordkoreas wichtigster Verbündeter China hat den Raketentest des Regimes kritisiert
  • Zugleich rief das chinesische Außenministerium alle Parteien dazu auf, sich zurückzuhalten

Wieder hat das nordkoreanische Regime mit einem Raketentest provoziert. Am Dienstagmorgen schoss Nordkorea ohne Vorwarnung eine Rakete über Japan hinweg.

Die USA, China, Russland und Frankreich haben den erneuten Test einer Rakete scharf kritisiert. China verband seine Rüge allerdings auch mit einer Forderung an alle beteiligten Parteien in der Nordkorea-Krise.

US-Präsident Donald Trump verurteilte den Abschuss, äußerte sich aber zurückhaltender als zuletzt bei seiner mittlerweile berüchtigten "Feuer und Zorn"-Rede.

"Die Welt hat Nordkoreas jüngste Nachricht laut und deutlich gehört: Dieses Regime hat seine Verachtung für seine Nachbarn, für alle Mitglieder der Vereinten Nationen und für einen Mindeststandard an akzeptablem Verhalten signalisiert", erklärte Trump am Dienstag in Washington.

Solch "bedrohende" Aktionen erhöhten nur die Isolation Nordkoreas. "Alle Optionen sind auf dem Tisch", fügte er hinzu.

China: "Kritischer Punkt erreicht"

Auch der größte Verbündete der Nordkoreaner, die chinesische Regierung, sieht den Abschuss kritisch. Der Konflikt auf der koreanischen Halbinsel erreiche einen "kritischen Punkt", sagte eine Sprecherin des Pekinger Außenministeriums am Dienstag.

Zugleich rief Außenministerin Hua Chunying aber auch alle Parteien dazu auf, "nichts zu unternehmen, wodurch die Spannungen in der Region weiter verschärft" würden. "Druck, Sanktionen und Drohen" hätten nicht geholfen, die Probleme zu lösen.

Nur mit einer Rückkehr an den Verhandlungstisch könne die Situation entspannt werden.

Russland: "Nordkorea sollte die UN respektieren"

Peking kritisierte erneut die gemeinsamen Militärmanöver der USA und Südkorea, die beide Staaten regelmäßig in der Region abhalten. Durch den anhaltenden militärischen Druck sei ein Teufelskreis entstanden, der durchbrochen werden müsse.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow forderte - gemeinsam mit seinem Amtskollegen der Vereinigten Arabischen Emirate - Nordkorea dazu auf, sich an die UN-Resolutionen zu halten. Diese verbieten Pjöngjang, Raketentests durchzuführen.

"Nordkorea sollte die UN respektieren", sagte Lawrow bei einer Pressekonferenz in Abu Dhabi am Dienstag.

Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron warf Nordkorea "Verantwortungslosigkeit" vor und forderte eine "unnachgiebige Politik" gegenüber Pjöngjang.

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(mf)

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