"Merkel drückt sich vor der Wahrheit": SPD-Politiker Kahrs attackiert die Kanzlerin

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"Merkel drückt sich vor der Wahrheit": SPD-Politiker Kahrs attackiert die Kanzlerin | dpa
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  • SPD-Politiker Kahrs wirft Kanzlerin Merkel vor, sich bei der Bundespressekonferenz vor wichtigen Themen gedrückt zu haben
  • Damit mache sie den Wahlkampf langweilig

Am Dienstag hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ihren jährlichen Auftritt vor der Bundespressekonferenz absolviert. Viel neues gab es dabei nicht von der CDU-Chefin zu hören.

SPD-Politiker Johannes Kahrs kritisierte die Kanzlerin dafür. "Frau Merkel äußert sich zu Nebenkriegsschauplätzen, aber nicht zu den wirklich dringenden Themen, für die sich die Menschen an den Infoständen im Wahlkampf interessieren", sagte Kahrs der deutschen Tageszeitung "Die Welt".

"Merkel drückt sich vor der Wahrheit"

Der Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises in der SPD warf Merkel vor, relevante Themen während der Konferenz gemieden zu haben. "Zur Rente, zur Flüchtlingspolitik, zu einem Einwanderungsgesetz – zu alldem verliert sie kein Wort."

Er fügte hinzu: "Merkel schweigt zu Dobrindts Lügen in Sachen Autobahn-Privatisierung. Sie gibt nicht zu, dass die CDU eine Rente mit 70 will. Kurzum: Merkel drückt sich vor der Wahrheit."

Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) war bereits zuvor von der SPD wegen der drohenden Pleite des privaten Autobahnbetreibers A1 mobil kritisiert worden.

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"Sie macht diesen Wahlkampf erst langweilig"

Bei der Konferenz beantwortete Merkel die Fragen von Journalisten - etwa über das bevorstehende TV-Duell mit Herausforderer Martin Schulz, über die Beziehungen mit der Türkei und zu den Äußerungen von AfD-Spitzenkandidatin Alexander Gauland.

Sie wurde auch gefragt, ob sie den Wahlkampf selbst als langweilig empfinde. "Für mich ist dieser Wahlkampf nicht langweilig", sagte Merkel. "Jeden Tag treffe ich neue Menschen."

Kahrs sieht das anders. Im Gespräch mit der "Welt" warf er Merkel vor, ihr übliche "Ablenkungsstrategie" zu fahren - und so den Wahlkampf überhaupt erst langweilig zu machen.

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(jg)

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