"Harvey" hat Texas fest im Griff - nun wird der Tropensturm zum ersten Test für Trump

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HARVEY
Der Tropensturm "Harvey" hat Texas fest im Griff - nun reist US-Präsident Trump in die Krisenregion | dpa
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  • "Harvey" wütet weiter im Süden der USA, eine Entspannung ist nicht in Sicht
  • Die Naturkatastrophe wird zum ersten innenpolitischen Test für den US-Präsidenten
  • Trump muss sich mit George W. Bush vergleichen lassen

Der verheerende Tropensturm "Harvey" hat den US-Bundesstaat Texas weiter fest im Griff. Rettungskräfte kämpften bis in die Nacht gegen die Fluten. Die Küstenwache sprach von mehr als 3000 Menschen, die allein am Montag aus den überschwemmten Gebieten gerettet worden seien.

Bis zum Montagabend bestätigten die Behörden offiziell drei Tote, manche US-Medien berichteten aber von höheren Zahlen. Zahlreiche Menschen wurden vermisst. US-Präsident Donald Trump sagte den Betroffenen rasche Hilfe zu.

Er beschwor den Zusammenhalt der Bevölkerung. Der Präsident will am Dienstag nach Texas reisen, um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen.

"Harvey" ist Trumps erste große Naturkatastrophe - und damit der erste wichtige innenpolitische Test für das Weiße Haus während seiner Amtszeit. Doch aus Sicht einiger Kritiker ist die Reaktion des US-Präsidenten bisher unzureichend.

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Wird Sturm "Harvey" zur "Katrina" für Trump?

Denn nach Angaben von Meteorologen ist "Harvey" der zweitstärkste Wirbelsturm seit "Katrina", der vor zwölf Jahren die Gegend um New Orleans schwer in Mitleidenschaft zog. Über 1800 Menschen kamen damals ums Leben. Dem damaligen Präsidenten George W. Bush wurde vorgeworfen, die Schwere von "Katrina" unterschätzt zu haben.

Ähnliche Kritik trifft nun auch Trump. So twitterte der Politikwissenschaftler Lincoln Mitchell: "Ich habe das Gefühl, dass Donald Trumps Umgang (mit der Flut), (Bushs Reaktion auf) Katrina gut aussehen lässt."

Insbesondere geriet Trump in die Kritik, weil er vier höchst heikle Entscheidungen verkündete, während "Harvey" über Südtexas peitschte.

Schon zuvor hatte Chuck Grassley, republikanischer Senator von Iowa, Trump gewarnt, nicht die Fehler von Bush zu wiederholen.

Zehntausende sind obdachlos

Nach Einschätzung der Behörden könnte der Sturm in Texas bis zu 30.000 Menschen vorübergehend obdachlos machen. 54 Bezirke wurden zu Notstandsgebieten erklärt. Besonders betroffen ist die Millionenmetropole Houston, in deren Großraum 6,5 Millionen Menschen leben.

Dort rettete die Polizei allein seit Montagmorgen 1000 Menschen aus den Fluten. Auch im Nachbarstaat Louisiana werden in den kommenden Tagen heftige Unwetter befürchtet. Dort rief Trump ebenfalls den Ausnahmezustand aus.

Schnelle Besserung ist nicht in Sicht. Der Nationale Wetterdienst warnt weiter vor sintflutartigen Regenfällen und Überschwemmungen.

Infrastruktur von Houston zusammengebrochen

Die Rettungsmannschaften konzentrierten sich derzeit darauf, in Gefahr geratene Menschen in Sicherheit zu bringen. Die Teams gingen mit Booten und Hubschraubern vor. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Menschen durch die Wassermassen wateten.

Die Infrastruktur in und um Houston ist weitgehend zusammengebrochen. Der internationale Flughafen der Stadt ist bis auf Weiteres geschlossen. Viele Straßen und Autobahnen sind unpassierbar, der Unterricht in den Schulen wurde abgesagt.

Auch außerhalb Houstons machte der Sturm viele Häuser dem Erdboden gleich. Verschmutztes Trinkwasser wird mehr und mehr zum Problem. Die Behörden riefen die Bevölkerung auf, Trinkwasser abzukochen.

Trump sagte am Montag, er gehe davon aus, dass der Wiederaufbau nach den Überflutungen teuer werde. Er sei in dieser Frage in Kontakt mit dem Kongress. "Wir müssen sehen, was wir für die Menschen in Texas tun können", sagte Trump. Dies gelte auch für die Bewohner von Louisiana.

Der Präsident sprach den Menschen zugleich Mut zu: "Wir werden das überstehen. Wir werden gestärkt daraus hervorgehen und glaubt mir, wir werden größer, besser, stärker sein als jemals zuvor."

Trump wird am Dienstag in der texanischen Stadt Corpus Christi erwartet, wo er sich über die Rettungsmaßnahmen informieren wird. Später will er weiter nach Austin reisen.

(Mit Material der dpa)

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