Eine Mutter erklärt, welche wichtigen Symptome bei postnatalen Depressionen immer übersehen werden

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  • Jede zehnte Mutter ist nach der Geburt von postnatalen Depressionen betroffen - doch oft bleibt die Krankheit unbehandelt
  • Bloggerin Tova Leigh spricht jetzt darüber, welche schlimmen Ängste sie in den ersten Monaten nach der Geburt hatte
  • Die junge Mutter litt an postnatalen Depressionen - doch sie erkannte die Symptome nicht

Statt purem Glück nur tiefe Traurigkeit, Leere und Angst: Obwohl etwa jede zehnte Frau in Deutschland nach der Geburt von postnatalen Depressionen betroffen ist, bleibt die Krankheit oft unbehandelt.

Ein Grund: Vielen Betroffenen ist nicht klar, was sie gerade durchmachen, da die Symptome bei postnatalen Depressionen sehr unterschiedlich ausfallen können. So erging es auch der jungen Mutter Tova Leigh - denn bei ihr verlief die Krankheit nicht so, wie sie erwartet hatte.

"Ich war die Mutter, die stundenlang neben dem Babybettchen saß"

Die Bloggerin beschrieb auf Facebook ihre Erfahrungen mit postnatalen Depressionen und postete dazu ein Foto ihres ersten Kindes, als es gerade vier Monate alt war.

Dazu beschrieb Leigh, wie es ihr als junge Mutter in den ersten Monaten nach der Geburt ihres Babys erging:

"Ich war die Mutter, die stundenlang neben dem Babybettchen saß, während der Kleine schon eingeschlafen war, nur um sicherzugehen, dass er noch atmete", schrieb sie und fügte hinzu, dass ihr Mann sie dann immer bat, schlafen zu gehen. Doch sie habe sich nur dann hingelegt, wenn er versprach, für sie ihre Wache neben dem Bettchen zu übernehmen.

"Ich blieb wach, damit ich sicherstellen konnte, dass er noch da war, saß neben seinem Bettchen und sah ihm beim Schlafen zu. Ich habe meine Augen offen gehalten, ihn beobachtet und bin dann weggedämmert und habe davon geträumt, ihn zu verlieren oder etwas wirklich Wichtiges zu vergessen", schrieb Leigh.

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"Ich erinnere mich, wie ich dort saß, niedergeschlagen, zerrüttet und absolut erschöpft, weil ich einfach nicht loslassen konnte", erzählt sie weiter. "Die Angst, dass ihm etwas zustoßen könnte, und die unbändige Liebe, die ich für ihn fühlte, machten mich wahnsinnig. Und obwohl mir bewusst war, dass ich maßlos übertrieb - ich wusste nicht, wie ich mir helfen konnte."

Leigh sagte, sie fühlte sich allein und verzweifelt. Außerdem hatte sie das Gefühl, dass sie langsam ihren Verstand verlieren würde. Auch wenn sie es nicht bemerkte hatte - sie litt damals an einer postnatalen Depression.

Die Symptome können bei jeder Frau anders ausfallen

Sie hat jetzt eine wichtige Botschaft an alle Mütter, die an postnatalen Depressionen leiden könnten - und deren Angehörige. "Der Grund, warum ich euch das erzähle, ist, weil ich möchte, dass ihr die Symptome kennt. Ihr solltet wissen, dass sie bei jeder Frau anders ausfallen können."

"Liebe Frauen, bitte sucht euch Hilfe oder sagt es jemandem, wenn ihr leidet", fügte sie hinzu. "Es ist keine Schande, um Hilfe zu bitten. Ihr seid nicht allein."

Leigh erhielt für ihren Post etwas 3000 Likes. Sie sagte im Gespräch mit der HuffPost USA, dass sie über ihre Erkrankung gesprochen hätte, weil postnatale Depressionen bei jeder Frau anders aussehen und viele nicht wissen würden, woran sie leiden.

"Wir müssen uns über die Symptome informieren"

Auch die amerikanische Mutter Kathy DiVincenzo, die selbst betroffen ist, will das Stigma rund um postnatale Depressionen beenden und über die Erkrankung aufklären. Sie schreibt: "Wir sollten aufhören, automatisch anzunehmen, dass nach der Geburt immer nur Euphorie herrscht, weil das für jede siebte Mutter nicht der Fall ist. Wir müssen junge Eltern fragen, wie es ihnen geht - und zwar nicht nur oberflächlich."

DiVincenzo fordert weiter: "Wir müssen uns über Anzeichen, Symptome, Risikofaktoren und Unterstützungsmöglichkeiten bei postnataler Depression informieren."

Mehr Informationen über postnatale Depressionen findet ihr bei der Deutschen Depressionshilfe.

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