Krebskranker Kölner Polizist will einen Streit schlichten - und schafft es mit einem einzigen Argument

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  • Ein Kölner Polizist leidet an Krebs
  • Auf seiner eigenen Facebook-Seite gibt er Einblicke in sein Leben
  • Dort hat er eine Geschichte geteilt, die vielen Menschen eine Lehre sein dürfte

Ein Kölner Polizist wird zu einem Unfall gerufen. Dort findet er eine ältere Frau und einen Mann vor - die beiden streiten sich über den Unfallhergang. Keiner möchte den anderen ausreden lassen.

"Die Stimmung zwischen den beiden war sehr angespannt. Das konnte ich deutlich spüren", schreibt der Polizist in einem Facebook-Post.

Was er dann tat, um die Lage zu entspannen, begeistert derzeit tausende Internetnutzer.

Denn der Beamte schildert folgendes:

Er habe geklärt, ob einer der Beteiligten bei dem Unfall verletzt wurde. Keiner wurde verletzt.

Dann habe er von den beiden Streithähnen wissen wollen, ob ein Schaden an den Fahrzeugen entstanden sei. Auch die Frage verneinen der Mann und die Frau. Dennoch: Geschlichtet sei der Streit damit noch lange nicht gewesen.

Und der Kölner hatte das Gefühl, dass er so nicht einfach weiterfahren könne.

"Wenn ich jetzt die rechtlichen Fakten aufzähle und wieder fahre, werden die beiden nicht nur aufeinander sauer sein, sondern auch noch auf die Polizei", erklärt er in dem Facebook-Post.

"Ich erzählte den beiden, dass ich Krebs hatte"

Also griff der Polizist zu einem "härteren Argument", wie er es nennt. Er zeigte den beiden Streithähnen seinen Hals, der übersät ist mit Narben. Wundmale, die von seiner Krebs-Erkrankung übrig geblieben sind.

"Ich erzählte den beiden, dass ich Krebs hatte und nun durch diese Krankheit schwer behindert sei und ich auch nicht wissen würde, ob ich diese Krankheit am Ende überleben werde."

"Wir haben nur dieses eine Leben"

Er gab den Unfallbeteiligten eine wichtige Botschaft mit auf den Weg. Die nicht nur die beiden etwas angeht, sondern von uns allen verinnerlicht werden sollte:

"'Wissen Sie', sagte ich....'Wir haben nur dieses eine Leben und sollten dankbar sein, dass wir es haben und wir sollten uns nicht über sinnlose Dinge ärgern und uns darüber streiten. Sie sind Gott sei dank unverletzt und an beiden Autos ist nix dran. Also ist doch alles ok. Genießen Sie diesen Tag, auch wenn es regnet und vertragen Sie sich und geben sie sich doch einfach die Hand. Das Leben ist zu kurz und zu wertvoll um sich zu streiten.''

Die Botschaft scheint angekommen zu sein. Der junge Mann und die Frau blickten den Polizisten erstaunt an und konnten ihm nur Recht geben, schildert der.

Der Kölner schreibt: "Dann wandten sich die zwei einander zu und gaben sich die Hand. Wir verabschiedeten uns und die beiden gingen zusammen, friedlich miteinander sprechend, wohin auch immer sie gehen mussten."

Der Polizist hat den Beitrag in seiner eigenen Facebook-Gruppe "Schockdiagnose Krebs. Und plötzlich ist alles anders" veröffentlicht.

Dort wurde er schon über 1000 Mal geteilt. Hoffentlich wird er sich noch weiterverbreiten - und vielen Menschen zu denken geben, wenn sie sich mal wieder über Banalitäten aufregen.

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(lp)

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