Gericht verurteilt G20-Randalierer zu 31 Monaten Haft

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HAMBURG
Gericht verurteilt G20-Randalierer zu 31 Monaten Haft | dpa
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  • Ein Gericht hat einen Täter der Krawalle während des G20-Gipfels in Hamburg zu mehr als zwei Jahren Haft verurteilt
  • Laut Aussage eines Polizisten hatte der Mann Flaschen auf ihn geworfen

Am Montag hat ein Hamburger Amtsgericht ein erstes Urteil nach den Krawallen während des G20-Gipfels in Hamburg gesprochen. Angeklagt war ein 21-jähriger Niederländer, er saß seit dem 7. Juli in Untersuchungshaft.

Ein Berliner Polizist hat als Zeuge geschildert, wie er nach der "Welcome to Hell"-Demonstration am 6. Juli im Schanzenviertel von zwei Flaschen getroffen wurde.

Die Zuschauer waren geschockt

Daraufhin sei er losgelaufen und habe den Werfer festgenommen. Der Richter verhängte ein hartes Urteil gegen den 21-Jährigen: zwei Jahre und sieben Monate Haft. Die Staatsanwaltschaft hatte lediglich ein Jahr und neun Monate Haft beantragt.

Der Niederländer wurde am Montag des schweren Landfriedensbruchs, der gefährlichen Körperverletzung, des besonders schweren Angriffs auf Vollstreckungsbeamte und Widerstands schuldig gesprochen.

Die rund 40 Zuschauer, die den Mann zu Beginn mit Applaus begrüßt hatten, reagierten geschockt auf das Urteil.

Nächster Prozess am Dienstag

Die Hamburger Polizei ermittelt wegen mutmaßlicher Straftaten von G20-Gegnern insgesamt in mehr als 2000 Fällen. Das zeigen interne Zahlen der Sonderkommission "Schwarzer Block", die dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" vorliegen.

Die meisten Delikte beträfen Sachbeschädigung mit 575 Fällen, gefährliche Körperverletzung (330 Fälle) und Landfriedensbruch (303). Dann folgten besonders schwere Fälle von Landfriedensbruch (126) und Brandstiftung (123). In 45 Fällen gehe es um Widerstand gegen Polizeibeamte.

Bereits am Dienstag startet der nächste Prozess im Zusammenhag mit den Krawallen, berichtet der Rundfunksender NDR. Ein 24-jähriger Mann aus Polen wird beschuldigt, am 8. Juli gegen das Bewaffnungsverbot verstoßen zu haben.

Er soll unter anderem sechs Feuerwerkskörper und ein nicht zugelassenes Reizstoffsprühgerät in seinem Rucksack gehabt haben.

Mit Material der dpa.

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