Stürmer Deniz Naki ist Erdogan-Gegner - jetzt wurde er während eines Spiels zusammengeschlagen

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DENIZ NAKI
Stürmer Deniz Naki ist Erdogan-Gegner - jetzt wurde er während eines Spiels zusammengeschlagen | Christian Charisius / Reuters
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  • Der Fußballer Deniz Naki hat von 2009 bis 2012 beim FC St. Pauli gespielt
  • Mittlerweile stürmt er für einen türkischen Drittliga-Verein
  • Dort wurde er während eines Spiels zusammengeschlagen

Der Fußballspieler Deniz Naki dürfte vor allem den Fans von St. Pauli und dem SC Paderborn noch im Gedächtnis geblieben sein. Auch in Leverkusen und bei Rot Weiss Ahlen spielte der deutschtürkische Stürmer schon.

Naki sorgte auch neben dem Platz gern mal für Aufsehen - weil er sich nur ungern den Mund verbieten ließ. So wurde er vom DFB etwa zu einer Sperre von drei Spielen verurteilt. Nachdem er Hansa-Fans eindeutige Gesten gezeigt haben soll. Seine Ansicht der Vorfalls: Die Fans hätten ihn zuerst provoziert.

Als er sich den Ball zurechtlegt, stürmt ein Mann auf ihn zu

Mittlerweile spielt Naki in der dritten türkischen Liga beim Verein Amedspor. Seinen Sturkopf scheint er aber beibehalten zu haben. So macht er auch in der Türkei kein Geheimnis daraus, ein Kritiker des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu sein. Seit Jahren protestiert er gegen dessen Kurden-Politik.

Der 28-Jährige, der selbst kurdischer Abstammung ist, wurde nun während eines Spiels zusammengeschlagen. Vermutlich von einem Erdogan-Anhänger. Der türkische Präsident geht rigoros gegen die Kurden im Land vor.

In der 13. Minute legte sich Naki den Ball zurecht, er wollte gerade einen Freistoß ausüben. Plötzlich stürmte von hinten ein Mann auf ihn zu und schlug ihn nieder. "Ich wurde von einem Typen angesprungen und zu Boden gerissen", sagte Naki der "Bild"-Zeitung.

Ein Video von der Szene kursiert auch auf Twitter (der Übergriff ist ab Sekunde 25 zu sehen):

Obwohl er attackiert wurde, spielte der Profi weiter. Und schoss Amedspor mit einem Endergebnis von 7:0 an die Tabellenspitze.

Naki ist bereits vorbestraft

Es ist nicht das erste Mal, dass Naki wegen seiner politischen Meinung Ärger bekommt.

Im November 2016 wurde er zu einer fünfjährigen Bewährungsstrafe wegen angeblicher Terrorpropaganda verurteilt. Den Mund lässt er sich trotzdem nicht verbieten.

Erst vergangene Woche sei der Fußballer festgenommen worden, berichtet die "Welt". Wegen eines Erdogan-kritischen Facebook-Beitrags. Einer Strafe sei er entgangen, weil er behauptete, der Post stamme nicht von ihm, sagte Naki der Zeitung.

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