Ein Vater hat sein Kind in Barcelona verloren - als er einen Imam sieht, lässt er seinen Gefühlen freien Lauf

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  • Xavi Martinez ist nur drei Jahre alt geworden
  • Der kleine Junge starb bei dem Anschlag in Barcelona
  • Sein Vater beweist wahre Stärke, als er einen Imam trifft

Javier Martinez hat die wohl schlimmsten 11 Tage seines Lebens hinter sich.

Der Mann hat seinen dreijährigen Sohn bei dem Anschlag in Barcelona verloren - der kleine Xavi war das jüngste Opfer des terroristischen Anschlags, zu dem sich der IS bekannte.

Wut auf den Islam verspürt der Familienvater trotzdem nicht.

Das zeigte er aller Welt, als er einem Imam begegnete. Statt ihn anzuschreien, wählte er eine andere Geste: Er weinte gemeinsam mit dem Geistlichen. Martinez schlang seine Arme um den Mann, wie die Fernsehbilder des Senders BBC zeigen.

Der mutmaßliche Drahtzieher hinter der Terrorzelle von Barcelona soll ebenfalls ein Imam gewesen sein. Ein radikaler Prediger, der im Namen der Religion Hass und Leid schürte.

Umso stärker ist Martinez Reaktion, der sich nicht zu einer simplen Pauschalisierung hinreißen ließ.

"Diese Leute sollten keine Angst haben müssen"

Denn die Umarmung war noch nicht alles.

Nach der emotionalen Begegnung hielt der trauernde Vater noch eine Rede. Darin sagte er unter anderem: "Ich danke euch allen. Ich liebe es, zu sehen, dass die Rambla wieder voll ist. Es gibt hier keinen Platz für Angst oder Hass. Ich musste einfach einen Muslim umarmen. Diese Leute sollten keine Angst haben müssen."

Bei dem islamistischen Anschlag, der sich am 17. August in Barcelona ereignete, starben 15 Menschen. Über hundert Personen wurden verletzt, nachdem ein Lkw in die Flaniermeile Las Ramblas raste.

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(lp)

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