Bundeskanzlerin Merkel wird nach Urlaub von Flüchtlingen im Heimatland gefragt - sie findet eine deutliche Antwort

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  • Kanzlerin Merkel hat ihre Entscheidung, die Grenzen zu öffnen, verteidigt
  • Außerdem äußert sich die Kanzlerin zu Berichten, nach denen Flüchtlinge Urlaub in ihren Heimatländern machen würden
  • Eine Zusammenfassung seht ihr oben im Video


Bundeskanzlerin Angela Merkel
musste viel Kritik einstecken für die Entscheidung, die sie im Herbst 2015 traf. Trotzdem bereut sie offenbar nichts.

"Alle wichtigen Entscheidungen des Jahres 2015 würde ich wieder so treffen", sagte die CDU-Chefin jetzt in einem Interview mit der Zeitung "Welt am Sonntag". Merkel merkte allerdings an, dass es ein Fehler gewesen sei, in den Jahren davor auf die Dublin-Regelung gesetzt zu haben. Denn das System habe Länder wie Italien und Griechenland überfordert. Die Kanzlerin spricht sich daher für ein reformiertes System aus.

"Es kann nicht sein, dass Griechenland oder Italien alleine die Lasten tragen müssen, nur weil ihre geografische Lage so ist, wie sie ist, und die Flüchtlinge bei ihnen anlanden", sagt Merkel. Daher müssen Flüchtlinge unter den EU-Staaten verteilt werden.

Die Dublin-Regelung, so wie sie jetzt ist, sieht vor, dass Flüchtlinge in das EU-Land zurückkehren müssen, in dem sie zum ersten Mal europäischen Boden betreten haben.

"Deutschland hat human und richtig gehandelt"


Deutschland habe in einer sehr schwierigen Situation human und richtig gehandelt, verteidigte Merkel die Entscheidung zur Grenzöffnung. Auf die Frage, ob sie glaube, dass die syrischen und irakischen Flüchtlinge nach dem Krieg wieder in ihre Heimat zurückkehren werden, sagte Merkel: "In Syrien sehe ich derzeit nicht das Umfeld, um zu sagen, dass die Menschen jetzt wieder zurückgehen müssen.“ Insgesamt sei die Situation in Syrien noch dramatisch.

Auf die Frage, was sie von Berichten halte, nach denen Asylbewerber angeblich Urlaub in ihrem Heimatland machen, fand die Kanzlerin deutliche Worte: "Ich kann mir schwierige familiäre Situationen vorstellen, in denen eine Rückkehr für einige Tage verständlich ist. Tatsächlich Urlaub in dem Land zu machen, in dem man verfolgt wird, geht nicht.“ Geschehe dies dennoch, könnte es Anlass sein, die Asylentscheidung noch einmal zu überprüfen.

Offenbar ist an den Berichten allerdings wenig dran. Zwar reisen Flüchtlinge durchaus in ihre Heimatländer, zum Beispiel weil dort ein naher Angehöriger gestorben ist, jedoch machen sie dort keinen Urlaub.

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(lm)

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