Während die Amerikaner angstvoll auf den Hurrikan starren, macht Trump 4 umstrittene Entscheidungen öffentlich

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Während die Amerikaner angstvoll auf den Hurrikan starren, veröffentlicht Trump 4 umstrittene Entscheidungen | Brian Snyder / Reuters
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  • Die USA haben sich am Freitagabend auf Hurrikan Harvey vorbereitet
  • Präsident Trump hat ausgerechnet in dieser Zeit höchst umstrittene Entscheidungen veröffentlichen lassen
  • Kritiker halten das für feige

Hurrikan Harvey peitscht über die USA. Verwüstet Häuser, zerschmettert Existenzen. Bindet Aufmerksamkeit. Und US-Präsident Donald Trump nutzte die Gelegenheit, vier höchst heikle Entscheidungen zu verkünden – auf dass sie im Brausen des Sturms untergehen.

So sehen es liberale Medien in den USA wie die HuffPost und der Sender CNN sowie Demokraten wie der New Yorker Senator Chuck Schumer.

Die umstrittenen Entscheidungen

Zu der Zeit, als die Öffentlichkeit entsetzt zusah, wie der Hurrikan der zweithöchsten Stufe auf die Küste von Texas zuraste, gab das Weiße Haus vier Entscheidungen bekannt:

Transgender dürfen nicht ins Militär: Trump hat entschieden, dass Menschen ohne eindeutiges Geschlecht, also Transgender, nicht zum Militär dürfen.

Gnade für den gnadenlosen Sheriff: Trump hat Sheriff Joe Arpaio begnadigt, der im Zusammenhang mit Racial Profiling verurteilt worden war. Er hatte Latinos massiv benachteiligt. Außerdem hatte er Schlagzeilen gemacht, als er die Echtheit der Geburtsurkunde von Trumps Vorgänger Barack Obama anzweifelte.

Rücktritt eines höchst umstrittenen Beraters: Sebastian Gorka, ein Freund des geschassten Steve Bannon, muss nach Informationen der "New York Times" wegen Druck aus dem Weißen Haus seinen Job aufgeben. Er war schon zwei Wochen beurlaubt gewesen.

Rückschlag für Einwanderer: Am Freitag gab es Berichte, wonach Trump das Deferred Action for Childhood Arrivals Program (DACA) auslaufen lassen will. Dann würden Hunderttausende Einwanderer ohne Papiere, die als Kinder in die USA kamen, ihre Arbeitserlaubnis verlieren.

All das sind Entscheidungen, die die amerikanische Öffentlichkeit normalerweise heftig beschäftigen würden. Aber nicht, wenn der schwerste Hurrikan seit zwölf Jahren erwartet wird.

Zwar hatten sich einige der Entscheidungen länger angekündigt. Aber selbst wenn sie tatsächlich zufällig für Freitag terminiert waren, hätte man sie auch verschieben können. Wenn man demokratisches Feingefühl besäße.

Wahrscheinlicher ist, dass sich Trump Diskussionen ersparen wollte. Senator Schumer ist sich da sogar sicher.

Er schrieb denn auch: "So traurig. So schwach."

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(lm)

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