Milde für den knallharten Mann: Wer ist Ex-Sheriff Joe Arpaio, den Trump begnadigt hat?

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Milde für den knallharten Mann: Wer ist der Ex-Sheriff, den Trump begnadigt hat? | dpa
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  • US-Präsident Trump hat einen verurteilten Ex-Sheriff begnadigt
  • Trump lobte Joe Arpaio als großen Patrioten
  • Arpaio hatte unter anderem Häftlinge gezwungen, rosa Unterwäsche zu tragen

US-Präsident Donald Trump hat den wegen seiner knallharten Methoden berüchtigten früheren Sheriff Joe Arpaio begnadigt. Trump teilte die hochumstrittene Entscheidung am Freitagabend (Ortszeit) mit - als sich die Aufmerksamkeit der Amerikaner und der Medien auf den zu diesem Zeitpunkt heranziehenden gefährlichen Hurrikan "Harvey" konzentrierte.

Arpaio, ein treuer Gefolgsmann Trumps im Wahlkampf, hatte sich selber früher als"härtesten Sheriff" der USA bezeichnet. Er war wiederholt wegen seiner äußerst harschen und erniedrigenden Behandlung von Gefangenen, seines harten Vorgehens gegen illegale Immigranten und Gesetzesverstößen in die Schlagzeilen geraten.

Trump hatte zwar bereits vor einigen Tagen angedeutet, dass er Arpaio begnadigen werde. Dennoch löste der Zeitpunkt so kurz nach der durch die Gewalteskalation in Charlottesville neu angefachte Rassismusdebatte Überraschung aus: Trump riskiert damit, Öl ins Feuer zu gießen.

Häftlinge mussten rosa Unterwäsche tragen

Arpaio war von 1992 bis 2016 Sheriff des Bezirks Maricopa im Bundesstaat Arizona. In dieser Zeit hatte der heute 85-jährige Republikaner Tausende Latinos bei Razzien und Verkehrskontrollen aufgreifen lassen, obwohl nichts gegen sie vorlag.

Am Rande von Phoenix richtete er in der glühenden Hitze Arizonas eine Gefängnis-Zeltstadt ein. Die Häftlinge zwang er, rosa Unterwäsche zu tragen - angeblich, weil diese Farbe eine beruhigende Wirkung habe.

Häftlinge arbeiteten aneinandergekettet

Die Mahlzeiten für die Gefangenen kürzte Arpaio auf zwei am Tag, das Essen war stets ohne Pfeffer und Salz, aus finanziellen Gründen, argumentierte er. Unter ihm gab es auch die ersten Chain Gangs - Arbeitstrupps aneinandergeketteter Häftlinge - für Frauen und Jugendliche in den USA.

Arpaio drohte von Oktober an eine sechsmonatige Haftstrafe, zu der ihn ein Bundesgericht in Phoenix im Juli verurteilt hatte. Er wurde für schuldig befunden, als Sheriff eine gerichtliche Anordnung missachtet zu haben, wonach er die Diskriminierung und ethnische Verfolgung von Immigranten zu unterlassen habe.

Trump lobt Arpaio als verdienten Patrioten

Die Begnadigung ist besonders ungewöhnlich, weil sie vor der Verkündung der Strafe für Arpaio und so frühzeitig in Trumps Präsidentschaft erfolgte. Der Präsident attestierte dem Ex-Sheriff einen "beispielhaft selbstlosen Dienst an der Öffentlichkeit". "Nach mehr als 50 Jahren bewundernswertem Dienst an unserer Nation hat er eine Begnadigung durch den Präsidenten verdient", hieß es in einer Mitteilung des Weißen Hauses.

Trump twitterte dazu: "Ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass ich eben den 85 Jahre alten amerikanischen Patrioten, den Sheriff Joe Arpaio, in vollem Umfang begnadigt habe. Er hat Arizona sicher gemacht!"

Kritik an Trumps Entscheidung aus der eigenen Partei

Die Begnadigung löste massive Kritik bei den Demokraten und Bürgerrechtsgruppen aus. Aber auch der republikanische Senator John McCain aus Arizona twitterte, Arpaio habe illegal Latinos ins Visier genommen. Trump untergrabe mit seinem Schritt "den Anspruch des Respekts der Rechtsstaatlichkeit".

Warum Trump Arpaio so mag

Trump und Arpaio verstehen sich nach Berichten von US-Medien schon lange gut. Arpaio hatte Verschwörungstheorien verbreitet, wonach Trumps Amtsvorgänger Barack Obama nicht in den USA geboren sei - und damit nicht hätte Präsident werden dürfen. Der Sender CNN berichtet, dass Arpaio nach eigenen Angaben dafür mehrmals Lob von Trump bekommen habe.

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