Nordkorea veröffentlicht neue Fotos seines Raketenprogramms - ein Detail darauf macht Experten Sorgen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken
  • Nordkorea hat neue Fotos eines Raketenprogramms veröffentlicht
  • Ein Detail auf einem Foto sorgt für Beunruhigung bei Experten

Kim Jong-un lässt sich nicht abbringen von seinem Kurs. Der Diktator des kommunistisch geführten Nordkoreas hält trotz UN-Sanktionen und wortgewaltigen Warnungen aus den USA an seinem Atomwaffen- und Raketenprogramm fest.

Kim habe seine Forscher angewiesen, die Produktion von Festtreibstoff-Raketentriebwerken und Raketen-Gefechtsspitzen zu erhöhen. Das berichteten die nordkoreanischen Staatsmedien am Mittwoch.

Dazu veröffentlichten die Medien Fotos von einen Besuch Kims beim Institut für chemische Materialien der Akademie für Verteidigungswissenschaft - die bei Experten für Beunruhigung sorgen.

Experten haben die Fotos gründlich untersucht

"Das ist der Versuch der Nordkoreaner, uns zu zeigen, dass ihr Programm für Festtreibstoff-Raketen sich kontinuierlich weiterentwickelt", sagte David Schmerler gegenüber dem US-Nachrichtensender CNN. Er ist Forscher am Monterey Institute of International Studies im US-Bundesstaat Kalifornien. Festtreibstoff-Raketen können schnell abgeschossen und dadurch nur schwer abgewehrt werden.

Experten untersuchten die veröffentlichten Fotos gründlich. Laut der Nachrichtenagentur Reuters ergebe sich aus den Fotos nicht zwingend, dass Nordkorea große Fortschritte gemacht habe.

Allerdings zeige eines der Bilder ein Diagramm für eine dreistufige Rakete mit dem Namen Hwasong-13, eine Interkontinentalrakete.

kim jong un

Das Diagramm links zeigt den Plan für eine dreistufige Rakete.

Die zuvor erfolgreich getestete Hwasong-14 sei zweistufig gewesen und habe über eine Reichweite von etwa 10.000 Kilometern verfügt, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters südkoreanische und US-amerikanische Experten.

Die Botschaft hinter dem Foto ist klar

Eine dreistufige Rakete sei noch mächtiger - und damit bedrohlicher. "Wir sollten die Hwasong-13 als Interkontinentalrakete mit einer Reichweite von 12.000 Kilometer ansehen, die jeden Ort des US-Festlands treffen könnte", sagte der südkoreanische Militärexperte Kim Dong-yub gegenüber Reuters.

Ab einer Reichweite von 11.000 Kilometern könnte Nordkorea die US-Städte Washington oder New York treffen.

Die Botschaft hinter den Bildern sei klar, sagte der pensionierte südkoreanische General Moon Sung-muk zu Reuters: "Sie haben die Hwasong-14 erfolgreich getestet, mit einer geschätzten Reichweite von 9.000 bis 10.000 Kilometern. Diese kann noch weiterfliegen, soll die Nachricht sein".

Ein erfolgreicher Test einer Rakete, die auch Washington treffen könnte, würde die Nordkorea-Krise wieder gefährlich verschärfen.

Die Hintergründe zur Nordkorea-Krise:
Die Welt hält Kim Jong-un für einen irren Diktator - ein Nordkorea-Experte erklärt, warum das ein schwerer Fehler ist
Die machtlose Supermacht: China hat kaum noch Einfluss auf die Entwicklungen in Nordkorea
Was passiert, wenn Kim Atomraketen schickt? Die 6 wichtigsten Fragen und Antworten
Tödliches Netzwerk: Nordkorea ist keineswegs der isolierte Staat, für den ihn viele halten
Die USA und Nordkorea drohen sich mit Krieg - doch in Südkorea bleiben die Menschen gelassen

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

(best)

Korrektur anregen