"Wer 'Allahu Akbar' ruft, wird erschossen": Venedigs Bürgermeister sorgt mit drastischer Aussage für Empörung

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LUIGI BRUGNARO
"Wer 'Allahu Akbar' ruft, wird erschossen": Venedigs Bürgermeister sorgt mit drastischer Aussage für Empörung (archivbild) | Andrea Spinelli via Getty Images
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  • Venedigs Bürgermeister Luigi Brugnaro hat auf einer Konferenz gesagt, wer auf dem Markusplatz "Allahu Akbar" rufe, werde erschossen
  • Die Aussage sorgte für eine hitzige Debatte in Italien

Venedigs Bürgermeister Luigi Brugnaro hat mit einer Aussage auf einer Konferenz für Wirbel gesorgt.

Der parteilose Politiker sagte, seine Stadt habe wegen der Terrorgefahr in Europa die Sicherheitsvorkehrungen erhöht - mit drastischen Maßnahmen: "Wer über den Markusplatz läuft und 'Allahu Akbar', den werden wir erschießen", sagte Brugnaro.

Das berichtet unter anderem die regionale Tageszeitung "Nueva Venezia".

Der Bürgermeister verteidigte seine harte Linie: Venedig sei die einzige Stadt, die vier mutmaßliche Terroristen festgenommen habe. Laut Brugnaro hätten sie die Rialtobrücke in die Luft jagen wollen.

"Seien wir ehrlich, die Zeit des Gutmenschentums ist vorbei. Wenn mich jemand umbringen will, muss ich mich verteidigen. Wir werden Venedig verteidigen", zitiert "Nueva Venezia" den Bürgermeister.

Kritik von Linksparteien

Die Äußerungen lösten eine hitzige Debatte in Italien aus. Linke Parteien bezeichneten Brugnaros Aussagen als nicht akzeptabel und riefen ihn auf, sich zu entschuldigen, berichtet die österreichische Tageszeitung "Standard".

Und während diese Debatte lief, sorgte ein weiterer Vorfall für Empörung: Florenz' Bürgermeister Dario Nardella, Mitglied der Demokratischen Partei des ehemaligen Ministerpräsidenten Matteo Renzi, schlich sich nach der Konferenz im Scherz an Brugnaro heran und rief "Allahu Akbar", wie in einem Video zu sehen ist.

Der Politiker entschuldigte sich später, nachdem er für seinen Witz heftig kritisiert worden war, berichtet die Regionalzeitung "Rimini Today".

Venedigs Bürgermeister Brugnaro sorgte bereits in der Vergangenheit für Schlagzeilen. Kurz nach seiner Amtseinführung 2015 ließ er Kinderbücher über Diskriminierung und Homosexualität aus Schulbüchereien verbannen und kündigte an, dass es unter ihm keine Parade für Homosexuelle in der Stadt geben werde.

Daraufhin stritt sich Brugnaro öffentlich mit dem britischen Musiker Elton John.

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