CDU-Politiker Spahn schimpft über Hipster als "völlig neue Form der Parallelgesellschaft"

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JENS SPAHN
CDU-Politiker Spahn schimpft über Hipster als "völlig neue Form der Parallelgesellschaft" | Kai Pfaffenbach / Reuters
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  • CDU-Politiker Spahn hat eine Schimpftirade über Hipster veröffentlicht
  • Er wirft ihnen vor, eine elitäre Parallelgesellschaft zu bilden und "kulturellen Gleichschaltung" zu betreiben

Der CDU-Politiker Jens Spahn hat in einem Beitrag für die "Zeit" heftige Kritik am Lebensstil und der Einstellung von Hipstern geübt.

Sie stellten "eine völlig neue Form der Parallelgesellschaft“ dar, die sich von Normalbürgern abschotte. "Das ist nicht weltoffen, sondern provinziell."

Hipster, die bärtigen Typen aus der Großstadt

Hipster sind Angehörige eines sozialen Milieus, dessen Wurzeln bis in die 30er- und 40er-Jahre der USA gehen.

Der Jugendforscher Philipp Ikrath beschreibt Hipster als junge Bildungselite aus der Großstadt, als Individualisten, die sich für progressiver halten als der Rest der Gesellschaft. Zum Klischee des Hipsters gehören etwa auffallende Bärte bei den Männern, Holzfällerhemden oder Jute-Beuteln.

Spahn stört sich an der Verwendung des Englischen

Spahn stört sich daran, dass Hipster so viel Englisch sprächen. Sie zeigten eine "anbiedernde Bereitschaft, vorschnell und ohne Not die eigene Muttersprache hintanzustellen – selbst in Situationen, wo das gar nicht nötig wäre.“

Opfer dessen seien sowohl Deutsche als auch Zuwanderer, die diese Sprach nicht gut beherrschten. "Es ist doch absurd: Wir verlangen von Migranten mit Recht, dass sie Deutschkurse absolvieren, um sich zu integrieren. Währenddessen verlegen sich die Großstädte hipsterhaft aufs Englische.“

"Bedauerliche kulturelle Gleichschaltung"

Das bloße Verwenden einer anderen Sprache sei kein Ausweis von Internationalität, sondern zeuge von "provinzieller Selbstverzwergung“.

Spahn verstieg sich sogar zu dem Satz, die Allgegenwart des Englischen als "das augenfällige Symptom einer bedauerlichen kulturellen Gleichschaltung“ zu bezeichnen. Eine heikle Wortwahl, denn "Gleichschaltung" wird in Deutschland eng mit dem Nationalsozialismus verknüpft.

Spahn verglich die Situation mit der Frankreichs im 18. Jahrhundert. Damals sei an allen europäischen Höfen Französisch gesprochen worden, die französische Kultur sei das Maß aller Dinge gewesen - und Abgrenzungsmerkmal zu den unteren Klassen.

Kritik an Spahn auf Twitter

Auf Twitter erntete Spahn heftige Kritik. Ein User schrieb: "Das Problem mit Typen wie Jens Spahn ist für mich, dass sie nur Kulturkritik üben und selber keine Kultur schaffen."

Ein anderer bezeichnete Spahn als den wahren "provinziellen Zwerg", und frotzelten, es sei schon selten, dass ein Politiker die Abgehobenheit der Bevölkerung kritisiere.

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(ll)

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