Johnson's Babypuder soll Krebs verursachen - nun wurden einer Frau 417 Millionen Dollar zugesprochen

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  • Eine Krebspatientin hat Anklage gegen den Kosmetikkonzern Johnson & Johnson erhoben
  • Der Babypuder des Unternehmens verursache Eierstockkrebs, so der Vorwurf
  • Der Konzern muss nun 354 Millionen Euro an die Amerikanerin zahlen

Der amerikanische Kosmetikhersteller Johnson & Johnson genie├čt weit ├╝ber die Grenzen der Vereinigten Staaten hinaus einen guten Ruf, seine Produkte werden weltweit vertrieben.

Doch nun muss das Unternehmen, das vor allem f├╝r seine Babypflegeprodukte bekannt ist, eine Summe von 417 Millionen Dollar, umgerechnet 354 Millionen Euro, an eine Kundin zahlen.

Denn Eva Echeverra aus Los Angeles in Kalifornien ist an Eierstockkrebs erkrankt - und konnte das Gericht davon ├╝berzeugen, dass ausgerechnet ein Babypuder zur Intimpflege an ihrer Krankheit schuld ist.

"Reinster Schutz" - der m├Âglicherweise Krebs verursacht

Die heute 63-J├Ąhrige bekam vor zehn Jahren die Diagnose Eierstockkrebs. Auch eine Operation, bei der ihr ein faustgro├čer Tumor entfernt wurde, konnte sie nicht endg├╝ltig von ihrem Leiden heilen.

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Vor einem Jahr sah Echeverria eine Dokumentation ├╝ber Eierstockkrebs im Fernsehen. Darin berichteten die Betroffenen ├╝bereinstimmend, den Babypuder von Johnsons zur Intimpflege benutzt zu haben.

Der Puder verspricht laut Etikett ÔÇťreinsten SchutzÔÇŁ, gerade auch f├╝r die ganz Kleinen. Auch Echeverria benutzte, seit sie elf Jahre alt war, den talkhaltigen Puder im Intimbereich.

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Sie reichte Klage ein - um, wie ihr Anwalt Robinson sagte, ein Exempel zu statuieren. "Sie sagte mir: Ich mache das nicht f├╝r mich selber", sagte Robinson der ""New York Times".

ÔÇťSie wei├č, dass sie sterben wird. Sie tut es f├╝r die anderen Frauen. Sie m├Âchte etwas Gutes tun, bevor sie stirbt."

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Keine eindeutigen Studienergebnisse

Echeverrias Vorwurf an Johnson & Johnson: Der Kosmetikhersteller habe sein Produkt nicht mit entsprechenden Warnhinweisen gekennzeichnet und seine Verbraucher ├╝ber potenzielle Krebsrisiken aufgekl├Ąrt.

Dabei weisen mehrere Studien darauf hin, dass Inhaltsstoffe des Talkpuders Eierstockkrebs hervorrufen k├Ânnte. Wie das American Cancer Institute berichtet, ist die Forschungslage hier jedoch noch nicht so gut, dass sich endg├╝ltige Aussagen treffen lassen.

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"Es wurde nahegelegt, dass Talkpuder Eierstockkrebs verursachen k├Ânnte, wenn Puderpartikel (die im Genitalbereich aufgetragen werden oder auf Hygienet├╝cher oder Kondome) durch die Vagina, den Uterus und die Eileiter in die Eierst├Âcke wandern", schreibt das Institut auf seiner Homepage.

Allerdings habe sich bisher keine eindeutige Faktenlage ergeben, weshalb weitere Untersuchungen angestellt werden.

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Mehr als 4500 Frauen klagen gegen den Konzern

Doch mehr als 4500 Frauen, die allein in den USA Klage gegen Johnson & Johnson eingereicht haben, sind sich sicher: Der Babypuder ist Schuld an ihrem Eierstockkrebs.

Bereits im Mai Mai sprach ein Gericht im Bundesstaat Missouri einer seit 2012 erkrankten Frau aus Virginia eine Summe von 110,5 Millionen US-Dollar zu.

Eva Echeverrias Erfolg d├╝rfte nun vielen weiteren Frauen Mut machen. Ihr Anwalt sagte gegen├╝ber der "L.A. Times": ÔÇťWir sind den Richtern f├╝r ihr Urteil sehr dankbar und freuen uns ├╝ber Eva Echeverrias Erfolg, obwohl der Konzern die Wahrheit so viele Jahre totgeschwiegen hat."

Johnson & Johnson jedoch ist sich zumindest nach Au├čen hin keiner Schuld bewusst. Am Montag sagte ein Sprecher des Unternehmens in einer offiziellen Stellungnahme: "Wir werden das heutige Urteil anfechten, weil wir der Wissenschaft verschrieben sind. Diese garantiert die Unbedenklichkeit von 'Johnson's Baby-Puder'."

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(lk)

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