Der IS erklärt die Dresdner Frauenkirche zum Ziel

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FRAUENKIRCHE
"Beliebter Ort von Kreuzzüglern": Der IS ruft die Dresdner Frauenkirche zum Ziel aus | dpa
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  • Ein Propaganda-Magazin des IS zeigt ein Bild der Dresdner Frauenkirche - zusammen mit Tipps zum Bombenbau
  • Die Dresdner Polizei geht jedoch nicht von einer konkreten Bedrohung aus

Vor einer Woche hat ein islamistischer Terrorist Menschen auf der Flaniermeile Las Ramblas in Barcelona mit einem Lieferwagen angegriffen. Die Attacke reihte sich in eine Serie tragischer Anschläge mutmaßlich im Namen des IS in Europa ein, die mit Fahrzeugen verübt wurden.

Nun hat die Terrormiliz offenbar neue Ziele für ihre Terroristen auserkoren: Kirchen in Europa.

Das IS-Propaganda-Magazin "Rumiyah" zeige in seiner Juli-Ausgabe Fotos von christlichen Gotteshäusern und bezeichne sie als "beliebten Versammlungsort der Kreuzzügler, der darauf wartet, niedergebrannt zu werden". So zitiert die "Bild"-Zeitung aus dem Magazin.

Unter den abgebildeten Zielen ist auch ein berühmtes Gebäude aus Deutschland: die Dresdner Frauenkirche.

Mehr zum Thema: Terror-Experten erklären die Hintergründe des Anschlags in Barcelona

Anleitungen zum Bombenbau

In dem Magazin-Bericht werden Tipps zum Bau von Molotowcocktails und zur Herstellung von Napalm gegeben. Außerdem wird allgemein zu Brandanschlägen auf Tankstellen, Krankenhäuser, Bars, Tanzclubs, Schulen, Universitäten und eben auch Kirchen aufgerufen.

Es habe bereits 2014 IS-Angriffe auf Kirchen gegeben, sagt der Terror-Experte Peter Neumann der "Bild". "Möglicherweise setzen die Terroristen jetzt mehr Betonung auf solche Ziele. Das ist schockierend, aber es passt ins Bild, weil die Täter auf religiöse Konfrontation aus sind."

Dresdner Polizei: "Eher ein Symbolbild"

Polizeisprecher Thomas Geithner schränkte dagegen gegenüber den "Dresdner Neuesten Nachrichten" ein, dass es aktuell keine konkreten Hinweise auf einen Terroranschlag in Dresden gebe, "daran ändert auch das Frauenkirchen-Bild in dem 'Propagandablättchen'" nichts.

Er sagte: "Das Bild der Frauenkirche ist für uns eher als Symbolbild zu verstehen."

Die auf dschihadistische Propaganda spezialisierte Site Intelligence Group berichtete zuletzt, dass sich die Terrormiliz Italien als nächstes Ziel vorgenommen habe. Das gehe aus der Analyse eines pro-IS-Kanals auf Telegram hervor.

Mit Material der dpa.

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(ks)

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