"Wie ein Rassist": Türkischer EU-Minister greift Gabriel scharf an

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CELIK
"Er kopiert Rechte und Rassisten": Türkischer EU-Minister greift Gabriel scharf an | dpa
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  • Der türkische Minister Celik wirft Außenminister Gabriel vor, bei seiner Kritik an der Türkei "Rassisten" zu kopieren
  • Das Auswärtige Amt wies die Äußerungen als "verletzend und inakzeptabel" zurück

Der türkische EU-Minister Ömer Celik hat Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) via Twitter scharf angegriffen. Er warf Gabriel und dem österreichischen Außenminister Sebastian Kurz in einer Reihe von Twitter-Nachrichten am Mittwoch unter anderem vor, "Rassisten" zu kopieren.

"Gabriel gibt keine authentischen Erklärungen ab. Er spricht, indem er von den Rechten und Rassisten kopiert", schrieb Celik. Er verbat sich zudem Kritik an Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan: "Die Republik Türkei und der Staatspräsident der Türkei sind ein Ganzes", twitterte er. Eine Bewertung stehe Gabriel nicht zu.

Auswärtiges Amt: "So etwas darf sich nicht wiederholen"

Das Auswärtige Amt in Berlin wies die Äußerungen Celiks über Gabriel als "verletzend und inakzeptabel" zurück. "So etwas darf sich nicht wiederholen", sagte Staatsminister Michael Roth (SPD) der Tageszeitung "Welt".

Angesichts zahlreicher Bewährungsproben, die Deutschland und die Türkei gleichermaßen beträfen, sei es "umso wichtiger, vorhandene politische Differenzen im gegenseitigen Respekt auszutragen", fügte Roth hinzu. "Unser Umgang sollte von der Achtung des jeweiligen Gegenübers geprägt sein."

Gabriels Familie wurde bedroht

Gabriel hatte Erdogan zuletzt scharf kritisiert. Vor rund einem Monat hatte die Bundesregierung ihren moderaten Kurs gegenüber Erdogan aufgegeben.

Gabriel ließ die Reisehinweise verschärfen und warnte deutsche Unternehmen vor Investitionen in der Türkei. Am Wochenende verschärfte sich der Konflikt zwischen Berlin und Ankara erneut, als der Kölners Schriftsteller Dogan Akhanli in Spanien vorübergehend festgenommen wurde. Ihm droht die Auslieferung in die Türkei.

Der SPD-Politiker berichtete zudem, dass seine Familie von Erdogan-Anhängern persönlich bedroht wurde.

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(sk)

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